IMK vertagt Entscheidungen zu Gewalt und Pyrotechnik im Fußball auf Herbstkonferenz
Linus JesselIMK vertagt Entscheidungen zu Gewalt und Pyrotechnik im Fußball auf Herbstkonferenz
Die Innenministerkonferenz (IMK) hat sich vorerst gegen die Einführung neuer Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt und Pyrotechnik in Fußballstadien entschieden. Stattdessen soll das Thema auf der Herbstkonferenz erörtert werden – dies nach einer Reihe jüngster schwerwiegender Vorfälle. Eigentlich hatte die Arbeitsgruppe „Fußball ohne Gewalt“ verschärfte Kontrollen beim Verbot von Pyrotechnik vorschlagen sollen, doch dieser Schritt wird nun vorerst nicht umgesetzt.
Die IMK-Arbeitsgruppe räumte ein, dass Pyrotechnik nach wie vor ein ernsthaftes Sicherheitsproblem im Fußball darstellt. Als zentrales Problem gelten konsequente Strafen, doch die Vereine argumentieren, dass flächendeckende Kontrollen kaum umsetzbar seien. Bisherige Geldstrafen zeigten oft keine Wirkung, und auch Tests mit Erkennungstechnologie brachten kaum Erfolge.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul zeigte sich frustriert über die ausbleibenden Fortschritte bei der Bekämpfung von Fußballgewalt. Er kritisierte, dass der Schiedsrichter das DFB-Pokalfinale im Mai trotz massiven Pyrotechnik-Einsatzes nicht abgebrochen habe. Reul betonte, die aktuellen Maßnahmen reichten nicht aus, und forderte von den Vereinen strengere Vorkehrungen: gründliche Durchsuchungen der Ultra-Blöcke, erweiterte Videoüberwachung und schärfere Kontrollen, um das Werfen von Gegenständen zu unterbinden.
Die Entscheidung, weitere Schritte zu vertagen, bedeutet, dass es vorerst keine Änderungen an den bestehenden Regelungen geben wird. Das Thema soll auf der IMK-Herbsttagung erneut auf die Tagesordnung kommen. Bis dahin gelten für Vereine und Behörden weiterhin die aktuellen Vorgaben – ohne neue Durchsetzungspläne.






