Illegale Krähenfalle im Wald: Zwei Brüder vor Gericht wegen Artenschutzverstoßes
Linus JesselIllegale Krähenfalle im Wald: Zwei Brüder vor Gericht wegen Artenschutzverstoßes
Zwei Brüder aus Preußisch Oldendorf müssen sich wegen des Verdachts vor Gericht verantworten, im Wald eine illegale Krähenfalle aufgestellt zu haben. Die Entdeckung im Januar 2024 löste öffentliche Empörung aus und befeuerte erneut die Debatte über den Artenschutz in Deutschland. Behörden bestätigten, dass es sich bei dem Käfig um eine verbotene Lebendfalle handelte, die speziell zum Fang von Greifvögeln konstruiert war.
Tierschützer stießen im Januar auf den großen, selbstgebauten Käfig und alarmierten umgehend die Polizei. Ermittler installierten später eine Wildtierkamera am Tatort, mit deren Hilfe sie die Verdächtigen identifizieren konnten: einen 67-jährigen Jäger und dessen Bruder. Der Jäger hatte das Grundstück, auf dem die Falle platziert wurde, offenbar gepachtet.
Laut Behörden wurden Fleischreste als Köder verwendet, um Vögel in den Käfig zu locken. Der Jäger bestritt, dass die Falle funktionsfähig gewesen sei, doch Beamte wiesen diese Aussage als unwahr zurück. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen – über 100.000 Menschen unterzeichneten Petitionen, die strengere Regelungen zum Schutz wildlebender Tiere fordern.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Fälle ein: Erst Anfang dieses Jahres war in Thüringen eine illegale Wolfsfalle entdeckt worden. Damals kam es zu Massenprotesten, Forderungen nach schärferen Kontrollen für Jäger und schließlich einem Verbot von Kieferfallen ab 2025 im Rahmen des Bundesnaturschutzgesetzes. Die Beweggründe für die Krähenfalle sind weiterhin unklar und sollen im Prozess geklärt werden.
Im nun anstehenden Verfahren wird geprüft, ob die Brüder gegen Artenschutzbestimmungen verstoßen haben. Der Fall hat bereits politische Konsequenzen: Abgeordnete verschärften die Vorschriften für die Jagd. Der öffentliche Druck, Umweltschutzgesetze konsequenter durchzusetzen, hält derweil ungebrochen an.






