12 March 2026, 08:12

Igor Levit verbindet Musik und Moral in neuer Schostakowitsch-Reihe

Ein Schwarz-Weiß-Cartoon eines Mannes, der ein Piano spielt, umgeben von einer Gruppe stehender Menschen, mit Text unten: "Plötzliche Manie, Pianisten zu werden, durch das Hören von Steinway-Pianos auf der Pariser Ausstellung"

Igor Levit verbindet Musik und Moral in neuer Schostakowitsch-Reihe

Der Pianist Igor Levit zählt seit über einem Jahrzehnt zu den prägendsten Persönlichkeiten der klassischen Musik. Seine jüngste Konzertreihe im Wiener Musikverein, die vom 17. bis 22. Oktober stattfindet, würdigt den sowjetischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch, der unter Stalins Herrschaft Verfolgung erlebte. Doch Levits künstlerisches Schaffen ist nur eine Facette seines Wirkens: Seine jüdische Identität und sein politisches Engagement haben seit den Hamas-Angriffen auf Israel am 7. Oktober 2023 eine noch tiefere Bedeutung erhalten.

1987 in Nischni Nowgorod geboren, zog Levit mit acht Jahren nach Deutschland und ließ sich in Hannover nieder. Später studierte er an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und schloss sein Studium mit den besten Noten ab, die die Institution je vergeben hatte. 2018 erhielt er den renommierten Gilmore Artist Award, eine der höchstdotierten Auszeichnungen der Musikwelt. Nur ein Jahr später ernannte ihn seine ehemalige Universität zum Professor.

Levits Engagement beschränkt sich jedoch nicht auf den Konzertsaal. 2020 wurde er mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet und vom Internationalen Auschwitz Komitee für seinen Einsatz gegen Antisemitismus und Menschenrechtsverletzungen geehrt. Obwohl er selbst seit langem mit antisemitischen Anfeindungen konfrontiert ist, wiegt für ihn das opportunistische Schweigen anderer schwerer. Zwar plädiert er dafür, dass Künstler frei entscheiden sollten, ob sie sich öffentlich äußern, doch lehnt er kollektive Schuldzuweisungen für politische Konflikte entschieden ab.

Die jüngsten Hamas-Angriffe haben sein Bewusstsein für seine jüdischen Wurzeln weiter geschärft. Zwar gibt es seit dem 7. Oktober keine dokumentierten Boykottmaßnahmen gegen jüdische Künstler in der europäischen Klassikszene, doch halten sich Diskussionen über breitere antisemitische Tendenzen in linkspolitischen und akademischen Kreisen hartnäckig. Levit bleibt unnachgiebig: Er wird seine Plattform weiterhin für Musik und Gerechtigkeit nutzen.

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Die anstehende Schostakowitsch-Reihe unterstreicht Levits Doppelfunktion als weltklasse Pianist und engagierter Mahner. Seine Auszeichnungen, akademischen Ehrungen und sein kompromissloses Eintreten für menschliche Werte zeugen von einer Karriere, die gleichermaßen von künstlerischer Meisterschaft und moralischer Haltung geprägt ist. Die Konzerte sind ein weiterer Beweis für sein Bekenntnis zu Erinnerung, Widerstand und der Kraft der Musik.

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