12 January 2026, 17:34

Hans-Jochen Wagner über Kreuzbergs Wandel: „Das Viertel ist nicht mehr wiederzuerkennen“

Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Berlin, die Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, sowie begleitenden Text mit zusätzlichen Informationen.

Hans-Jochen Wagner über Kreuzbergs Wandel: „Das Viertel ist nicht mehr wiederzuerkennen“

Hans-Jochen Wagner, bekannt durch seine Rolle als Kommissar Friedemann Berg in Tatort, lebt seit fast 25 Jahren in Berlins Kreuzberg. Der Schauspieler hat die dramatischen Veränderungen im Stadtteil miterlebt und beschreibt dessen Wandel als kaum wiederzuerkennen – weit entfernt von dem lebendigen, kreativen Viertel, in das er in den 1990er-Jahren zog.

Wagner kam in den 1990ern nach Kreuzberg, einer Zeit, in der der Bezirk wild, offen und voller künstlerischer Energie war. Heute führt er den Charakterwandel auf die steigende Beliebtheit zurück, die die Mieten in die Höhe getrieben und die Atmosphäre des Viertels verändert hat. Seinem Eindruck nach hat Kreuzberg im Laufe der Jahre viel von seiner Bezahlbarkeit und kulturellen Vielfalt eingebüßt.

Neben seiner Schauspielkarriere bleibt Wagner politisch engagiert, unterstützt die Grünen und setzt sich für gesellschaftlichen Fortschritt ein. Er beobachtet einen Rückgang des bürgerlichen Engagements vor Ort – immer mehr Anwohner ziehen sich ins Private zurück, statt sich in kommunale Belange einzubringen. Der Schauspieler lebt derzeit mit seiner Frau, der Schauspielerin und Regisseurin Nana Neul, in Berlin. Zwar gibt es keine öffentlichen Aufzeichnungen darüber, wann das Paar genau zusammenzog, doch Wagners langjährige Verbindung zu Kreuzberg prägt bis heute seine persönliche und berufliche Identität.

Wagners Perspektive wirft ein Licht auf die weiteren Folgen der Gentrifizierung in Kreuzberg. Die steigenden Kosten und kulturellen Verschiebungen haben das Gesicht des Viertels verändert und einen Teil der kreativen Energie verdrängt, die es einst ausmachte. Seine Aussagen spiegeln sowohl eine persönliche Verbundenheit mit der Vergangenheit als auch ein Bewusstsein für die sich wandelnde Zukunft des Stadtteils wider.