08 June 2026, 12:12

GLS Bank in der Kritik: Warum linke Gruppen ihre Konten verlieren

Selbstkritik im Aufsichtsrat der Genossenschaftsversammlung

GLS Bank in der Kritik: Warum linke Gruppen ihre Konten verlieren

Die GLS Bank steht nach der Schließung von Konten linker Gruppen massiv in der Kritik. Betroffen sind unter anderem die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) und die Rechtshilfeorganisation Rote Hilfe, deren Konten gekündigt wurden – was Proteste und juristische Schritte auslöste. Ein Gericht hat nun vorläufig eine der Schließungen gestoppt.

Der Streit begann, als die GLS Bank die Geschäftsbeziehungen zu DKP und Rote Hilfe beendete. Kritiker warfen der Bank vor, sich politischem Druck – insbesondere aus den USA, wo die GLS eine Tochtergesellschaft betreibt – zu beugen. Die DKP sprach von „vorauseilendem Gehorsam“, um US-Geschäftsinteressen nicht zu gefährden.

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Tausende unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie die Rücknahme der Entscheidung forderten, und warnten vor einem „dramatischen Vertrauensverlust“. Trotz der Empörung erhielt der Vorstand der Bank auf der Mitgliederversammlung breite Unterstützung: 676 von 720 Mitgliedern stimmten für ihn. Die GLS begründete die Kontoschließungen mit deutschen und europäischen Bankengesetzen, die die Meldung „verdächtiger Transaktionen“ vorschreiben.

Rote Hilfe zog daraufhin vor Gericht. Ein Urteil verfügte, dass die Sparkasse Göttingen die Konten der Organisation vorläufig offenhalten muss. Parallel führte die GLS Bank Gespräche mit betroffenen Kunden, um zu klären, wie sich Transaktionen vermeiden lassen, die regulatorische Bedenken auslösen könnten. Später räumte die Bank ein, die Kontokündigungen seien kein „Erfolg“ gewesen – die GLS-Konten von Rote Hilfe bleiben nun aktiv.

Die DKP hingegen hat sich vollständig von der GLS Bank abgewandt und kündigte an, zu öffentlichen Sparkassen in Deutschland zu wechseln. Die Initiative „Stop Debanking“ wies zudem darauf hin, dass Finanzinstitute strenge rechtliche Pflichten haben, wenn Transaktionen als verdächtig eingestuft werden.

Trotz der Betonung, lediglich gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, bleibt die GLS Bank unter Beobachtung. Während die Konten von Rote Hilfe vorerst bestehen bleiben, hat die DKP ihre Geschäfte bereits verlegt. Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zum Spannungsfeld zwischen Bankenregulierung und politischem Aktivismus in Deutschland auf.

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