17 February 2026, 20:34

Giftige Chemikalien aus Sonnencreme bei fast allen Kindern in Europa nachgewiesen

Ein Plakat mit einem zentralen Kolben, der mit Flüssigkeit gefüllt ist, umgeben von anderen Kolben und Reagenzgläsern, mit der Aufschrift "Ein Handbuch zur Detektion von Giften durch Medizinalchemie" unten.

Umweltbundesamt: Schädliche Substanz in Urin von fast allen Kindern gefunden - Giftige Chemikalien aus Sonnencreme bei fast allen Kindern in Europa nachgewiesen

Ein gefährlicher Chemikalienstoff, der mit der Verwendung von Sonnencreme in Europa verbunden wird, wurde 2025 im Urin von nahezu allen getesteten Kindern und Jugendlichen nachgewiesen. Der Fund wirft Fragen zur anhaltenden Belastung mit reproduktionstoxischen Substanzen auf – trotz bevorstehender EU-Beschränkungen. Experten warnen, dass die aktuellen Sicherheitsvorkehrungen möglicherweise nicht ausreichen, um die Kinder ausreichend zu schützen.

Bereits 2023 hatte das Umweltbundesamt (UBA) erstmals Spuren eines verbotenen Weichmachers im menschlichen Urin entdeckt. Die Quelle ließ sich auf einen weit verbreiteten UV-Filter in Sonnencremes zurückführen. Dieser Weichmacher, Di-n-hexyl-phthalat (DnHexP), zerfällt zu MnHexP – einem Stoff, der die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann.

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Zwei Jahre später, 2025, untersuchte die Behörde Kinder und Jugendliche erneut. Die Ergebnisse zeigten MnHexP in 92 Prozent der Proben. Bei einigen Probanden lagen die Konzentrationen deutlich über dem UBA-Referenzwert, was auf eine übermäßige Belastung hindeutet.

Das Problem geht auf DnHexP zurück, einen nicht zugelassenen Weichmacher, der weiterhin in Sonnencremes mit dem UV-Filter DHHB enthalten ist. Zwar plant die EU für 2027 strengere Grenzwerte für DnHexP, doch bis dahin sind keine Sofortmaßnahmen vorgesehen, um den Stoff aus den Produkten zu entfernen. Weder die Europäische Kommission noch die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) haben Schritte dokumentiert, um bestehende Verbote früher durchzusetzen.

Die Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit von Sonnencremes ohne Schadstoffbelastung, da Kinder und Jugendliche weiterhin Gefahr laufen, die als sicher geltenden Aufnahmemengen für reproduktionstoxische Substanzen zu überschreiten.

Die Tests von 2025 bestätigen, dass die meisten jungen Menschen nach wie vor schädlichen Chemikalien aus Alltagsprodukten ausgesetzt sind. Da die EU-Beschränkungen erst 2027 vollumfänglich greifen, bleibt das Risiko hoher Toxinwerte bei Kindern bestehen. Bis die neuen Regelungen in Kraft treten, haben die Behörden noch keine Maßnahmen ergriffen, um das Problem zu entschärfen.