"Gier und Biss": Warum Fußballer auf brutale Mentalität schwören – und was wirklich zählt
Kirsten Hentschel"Gier und Biss": Warum Fußballer auf brutale Mentalität schwören – und was wirklich zählt
Fußballtrainer und Spieler sprechen oft von der Notwendigkeit von „Gier“ und „Biss“ auf dem Platz. Diese Begriffe sind in Diskussionen über eine siegorientierte Mentalität längst geläufig. Doch was bedeuten sie wirklich – und bringen sie tatsächlich etwas?
Der Bundestrainer Julian Nagelsmann forderte kürzlich vor dem Spiel gegen Nordirland genau diese „Gier und Biss“ von seiner Mannschaft. Er wollte, dass seine Spieler mit unerbittlichem Willen auflaufen. Manche gingen sogar so weit zu sagen, das Team solle so kompromisslos spielen, dass es den Gegnern „widerlich“ vorkommt, gegen sie anzutreten.
Mittelfeldspieler Joshua Kimmich beschrieb seinen eigenen Ansatz als „bissiger, verbissener, gnadenloser“. Doch nicht alle sind sich einig, welche Einstellung die beste ist. Trainer und Spieler diskutieren oft, ob man „hungrig“ oder „bissig“ sein solle – wobei Hunger zu Gier führe, die wiederum als legitim gilt.
Das Konzept des „Bisses“ ist nicht neu. Der Aufstieg von Arminia Bielefeld wurde mit einer „viel größeren Bissigkeit“ in Verbindung gebracht. Beim SC Freiburg wurde Maximilian Philipp einst kritisiert, weil er im Training nicht „bissig genug“ gewesen sei. Doch der jüngste 7:0-Sieg gegen Leverkusen zeigte, dass Können und Präzision reine Aggression übertrumpfen können.
Sportjournalisten greifen häufig zu Begriffen wie „gnadenlos“, „verbissen“ oder „widerlich“, um erfolgreiche Mannschaften zu beschreiben. Doch der Satz „Sie wollten es einfach mehr“ bleibt vage – auch wenn er oft wiederholt wird.
Die Debatte über Biss und Hunger im Fußball geht weiter. Während einige Teams ihren Erfolg auf Aggression zurückführen, beweisen andere, dass Talent und Umsetzung genauso entscheidend sind. Die Psychologie-Sprache des Fußballs bleibt populär – selbst wenn ihr tatsächlicher Einfluss schwer messbar ist.






