11 December 2025, 04:19

Gerresheimer-Aktie unter Beschuss: Leerverkäufer attackieren Bilanzierungspraxis

Ein Prospekt mit einem Unternehmenslogo und einem Bild einer Tasse.

Gerresheimer-Aktie unter Beschuss: Leerverkäufer attackieren Bilanzierungspraxis

Gerresheimer-Aktie: Angriff durch Leerverkäufer

Teaser: Eine Analysefirma wirft dem Pharmaverpacker aggressive Bilanzierung vor und hält eine Short-Position. Die UBS kritisiert die Informationspolitik des Unternehmens, während sich die Aktie nach einem Ausverkauf leicht erholt.

Die Gerresheimer AG, ein Hersteller von Pharmaverpackungen, sieht sich Vorwürfen wegen aggressiver Bilanzierungspraktiken ausgesetzt. Die Research-Firma Morpheus Research hat eine Leerverkaufsposition gegen das Unternehmen aufgebaut und behauptet, es gebe finanzielle Unregelmäßigkeiten. Trotz dieser Anschuldigungen erholte sich der Aktienkurs am Mittwoch um über 3 %.

Im Mittelpunkt der Vorwürfe stehen mehrere zentrale Punkte. Morpheus Research wirft Gerresheimer vor, durch aggressive Bilanzierungsmethoden die Qualität des Cashflows verzerrt zu haben. Auffällig seien gestiegene Kundenanzahlungen sowie eine ungewöhnlich hohe Nettoverschuldung nach der Übernahme des italienischen Unternehmens Bormioli Pharma im Dezember 2024. Zudem werde dem Konzern vorgeworfen, durch bilanzielle Anpassungen das organische Wachstum künstlich aufgebläht zu haben.

Auch die Übernahme von Bormioli Pharma selbst steht in der Kritik. Beobachter halten den Kaufpreis für überhöht – insbesondere angesichts der schwachen finanziellen Performance des übernommenen Unternehmens. Unterdessen prüft die deutsche Finanzaufsicht BaFin mögliche Bilanzierungsunregelmäßigkeiten bei Gerresheimer.

Die Schweizer Großbank UBS stuft die Aktie weiterhin mit "neutral" ein und setzt das Kursziel bei 29 Euro an. Allerdings übt sie Kritik an der mangelnden Transparenz des Unternehmens bei Kreditkonditionen sowie an den vagen Plänen für den Verkauf der Sparten Moulded Glass (geformtes Glas). Trotz dieser Bedenken erholte sich die Aktie am Mittwoch von einem Vortages-Tiefststand von 24,68 Euro und schloss über 25,90 Euro.

Ein direkter Zusammenhang zwischen den gegen Gerresheimer erhobenen Vorwürfen und den Bilanzmanipulationsvorwürfen gegen Intellego Technologies – die von der Nasdaq untersucht werden – besteht nicht. Die Anschuldigungen gegen Gerresheimer beziehen sich ausschließlich auf dessen eigene Finanzberichterstattung und Übernahmestrategie.

Das Unternehmen bleibt weiterhin unter Druck: Sowohl die laufenden Ermittlungen der BaFin als auch die Kritik von Analysten werfen weiterhin Fragen zur Bilanzierungspraxis auf. Zwar zeigt sich die Aktie derzeit widerstandsfähig, doch die Vorwürfe bleiben im Fokus der Märkte.