26 February 2026, 08:41

Frauen in der Gastronomie: Warum nur jede dritte Küche von einer Chefköchin geführt wird

Eine Frau in Kochuniform, weißem Kleid, Handschuhen und schwarzer Mütze, hält einen Löffel und steht vor einer Stahlschüssel mit Essen, mit einer anderen Frau in einem blauen Kleid links von ihr und verschiedenen Küchenutensilien und Menschen im Hintergrund.

Frauen in der Gastronomie: Warum nur jede dritte Küche von einer Chefköchin geführt wird

Deutschlands kulinarische Szene wandelt sich langsam – doch Frauen besetzen nach wie vor nur ein Drittel der Führungspositionen in der Gastronomie. Trotz dieser Lücke setzen sich 2025 immer mehr Köchinnen durch. Ob in Pop-up-Bars oder mit Michelin-Sternen: Sie kämpfen für mehr Sichtbarkeit und faire Arbeitsbedingungen.

Ein herausragendes Projekt ist die Plattform Chef:in, ins Leben gerufen von der Food-Journalistin Denise Wachter. Das Verzeichnis präsentiert Spitzenköchinnen und vernetzt sie mit Branchenchancen – etwa für TV-Auftritte.

2024 stellten Frauen erstmals die Mehrheit der ausgebildeten Köch:innen in den bundesländern Deutschlands. Doch in Führungspositionen bleibt das Verhältnis ungleich: Nur 33 Prozent der Chefkoch-Posten sind mit Frauen besetzt, und 2025 erhielten lediglich 14 Köchinnen einen Michelin-Stern – gegenüber 337 Männern.

In Hamburg zeigt sich ein gemischtes Bild. Zwar begannen 2023 weniger Frauen als Männer eine kulinarische Ausbildung, doch einige brechen traditionelle Muster auf. So setzt Zora Klipp, Chefköchin in der Stadt, auf pflanzenbasierte Gerichte und hinterfragt starre Küchenhierarchien. Clara Hunger hingegen eröffnete mit Nullkommaeins eine Pop-up-Bar in St. Pauli und bereichert damit die wachsende, von Frauen geprägte Food-Szene der Stadt.

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Die Plattform Chef:in zeigt bereits Wirkung: Produktionsfirmen nutzen das Verzeichnis, um Köchinnen für Kochshows und Medienprojekte zu gewinnen. Wachters Initiative fördert nicht nur die Sichtbarkeit, sondern auch den Austausch unter Köchinnen. Viele von ihnen engagieren sich zudem für familienfreundlichere Arbeitsstrukturen – in der Hoffnung, die Branche inklusiver zu gestalten.

Der Kampf um Gleichberechtigung in Deutschlands Küchen gewinnt an Fahrt. Plattformen wie Chef:in und ambitionierte Projekte von Köchinnen wie Klipp und Hunger schaffen neue Chancen. Mit mehr Frauen in Ausbildung und Führungsebenen könnte die Branche in den kommenden Jahren weiter in Bewegung geraten.