Filmförderung in Deutschland: Neue Regeln zwingen Streamingdienste zu mehr Investitionen
Kirsten HentschelFilmförderung in Deutschland: Neue Regeln zwingen Streamingdienste zu mehr Investitionen
Die Bundesregierung hat einen neuen Plan zur Reform der Filmförderung in Deutschland finalisiert. Demnach müssen Streamingdienste und Sender künftig mindestens 8 % ihrer jährlichen Nettoeinnahmen in die Produktion von Film- und Fernsehformaten investieren. Mit der Maßnahme soll vor allem lokale Inhalte gestärkt werden, wobei europäische und deutschsprachige Projekte besonders gefördert werden.
Die Reform führt strenge Finanzierungsregeln für Anbieter ein: Mindestens 8 % ihrer Nettoeinnahmen müssen in Produktionen fließen, wobei ein Teil davon für europäische und deutsche Werke reserviert ist. Unternehmen, die mehr als 12 % investieren, können individuelle Vereinbarungen mit Produktionsfirmen aushandeln.
Nordrhein-Westfalen (NRW) begrüßt die Änderungen, da sie Produzenten im gesamten Bundesland zugutekommen werden. Die Region ist bereits jetzt führend in Deutschlands Film- und Fernsehbranche und steuerte 2024 mit 44 % den größten Anteil an den insgesamt produzierten Minuten bei – ein Anstieg gegenüber 42 % im Jahr 2022. Damals lag die deutsche Gesamtproduktion bei 776.749 Minuten, 2024 sank sie leicht auf 751.432 Minuten.
NRWs Stärke liegt in den Bereichen Unterhaltung, digitale Formate und On-Demand-Inhalte. Im Land sind 158 Produktionsfirmen ansässig, viele davon in und um Köln. Das neue Gesetz erhöht zudem die Förderung für kommerzielle Filmproduktionen auf 250 Millionen Euro pro Jahr und stärkt so die Branche weiter.
Durch die Förderreform werden Streamingplattformen und Sender stärker in die Finanzierung lokaler Produktionen eingebunden. NRW, bereits ein zentraler Standort für Film und Fernsehen in Deutschland, profitiert besonders von den zusätzlichen Investitionen. Die Änderungen treten in Kraft, während der Anteil des Landes an der nationalen Produktion weiter wächst.