10 May 2026, 12:11

Felix Banaszak kämpft um Männer in feministischen Debatten – doch die Kritik bleibt

Plakat mit der Aufschrift "Toiletten sind geschlechtsneutral" betont die Geschlechtergerechtigkeit in den Toiletteneinrichtungen.

Felix Banaszak kämpft um Männer in feministischen Debatten – doch die Kritik bleibt

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, setzt sich für mehr Räume ein, in denen Männer offen über Geschlechterfragen sprechen können. Zu seinen jüngsten Initiativen gehört die Unterstützung von Organisationen wie Vaterwelten in Krefeld, die Geburtsvorbereitungskurse speziell für Väter anbietet. Der Vorstoß fällt in eine Zeit, in der Debatten über Männlichkeit und politische Einstellungen junger Männer vor den Europawahlen 2024 an Fahrt aufnehmen.

Gleichzeitig gibt es Kritik an der Herangehensweise der Grünen. Einige Kommentatoren hinterfragen, ob die Botschaften der Partei bei jüngeren männlichen Wählern ankommen – viele von ihnen hatten sich bei der letzten Bundestagswahl der rechtsextremen AfD zugewandt.

Banaszaks Fokus auf die Rolle von Männern im Feminismus ist nicht neu. Bereits im Februar nutzte er ein Interview mit dem Playboy, um sich direkt an junge Männer zu wenden, und argumentierte, dass starre Geschlechterrollen allen schadeten. Wiederholt betonte er, dass Männer in feministischen Diskussionen eine Stimme haben sollten, statt diese als exklusiv zu empfinden.

Sein jüngster Besuch bei Vaterwelten in Krefeld unterstrich seine Unterstützung für männlichkeitsorientierte Projekte. Die Organisation bietet Kurse für werdende Väter an, und Banaszak setzt sich nun für eine bessere Förderung ähnlicher Initiativen ein. Der Besuch folgte auf ein früheres öffentliches Bekenntnis, in dem er Scham über die Mittäterschaft von Männern bei schädlichem Verhalten äußerte – besonders nach den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Schauspieler Christian Ulmen wegen Übergriffen.

Doch Banaszaks Ansatz stößt auf Widerstand. Ein Kolumnist der Welt verspottete kürzlich die Grünen-Führung als belehrend und nahm dabei sogar zweimal Bezug auf die pinkfarbenen Wände in Banaszaks Büro – ein Detail, das der Co-Vorsitzende offen zur Schau stellt und das für Kritiker zum wiederkehrenden Spottobjekt geworden ist.

Die Debatte über Männlichkeit beschränkt sich nicht auf die Grünen. Vor zwanzig Jahren trug der Fußballtorwart Tim Wiese noch ohne öffentliche Kritik Pink während seiner Spiele – ein Zeichen dafür, wie ungleichmäßig sich die Einstellung zur männlichen Selbstexpression verändert hat. Kürzlich sorgte der AfD-Politiker Maximilian Krah mit der Aussage in einem Wahlkampfvideo für Aufsehen, junge Männer, die Schwierigkeiten hätten, eine Partnerin zu finden, sollten „auf der richtigen Seite“ stehen.

Diese politische Spaltung zeigt sich besonders deutlich bei jüngeren Wählern. Bei der letzten Bundestagswahl stimmten Männer unter 24 Jahren mehrheitlich für die AfD, während Frauen derselben Altersgruppe eher links der Mitte stehende Parteien bevorzugten. Die Kluft hat die Diskussionen darüber verschärft, wie Parteien wie die Grünen junge Männer in Themen wie Gleichberechtigung einbinden können.

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Banaszaks Einsatz für feministische Räume, die Männer explizit einbeziehen, spiegelt einen größeren Versuch wider, Männlichkeit innerhalb der progressiven Politik neu zu definieren. Seine Unterstützung für Gruppen wie Vaterwelten und seine öffentlichen Reflexionen über männliche Verantwortung kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Grünen vor der Herausforderung stehen, junge männliche Wähler zu erreichen. Der Erfolg dieser Bemühungen könnte mitbestimmen, wie Geschlechterfragen im Vorfeld der Europawahlen thematisiert werden.

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