05 March 2026, 18:10

Falsche Plakate für "Null-Euro-Tickets" sorgen für Aufsehen an deutschen Bahnhöfen

Ein Plakat, das eine Bahnfahrt in Berlin, Deutschland, bewirbt und ein Bild einer Bahn mit Text darauf zeigt.

Falsche Plakate für "Null-Euro-Tickets" sorgen für Aufsehen an deutschen Bahnhöfen

Falsche Plakate für "Null-Euro-Tickets" sind an über 20 Bahnhöfen in ganz Deutschland aufgetaucht. Die Aktivistengruppe Widerstands-Kollektiv hat sich zu der Aktion bekannt, die offizielle Werbung der Deutschen Bahn nachahmt. Die Gruppe betont, ihr Ziel sei es, durch die Umverteilung von Geldern aus Firmenwagen-Subventionen kostenlosen Nahverkehr durchzusetzen.

Die Plakate, die wie echte Werbekampagnen der Deutschen Bahn gestaltet sind, wurden in sieben Bundesländern gesichtet: Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen. Das Werbeunternehmen Ströer, das die Flächen verwaltet, bestätigte, dass die Plakate nicht autorisiert waren und bereits entfernt wurden.

Die Deutsche Bahn verurteilte die Aktion als betrügerisch und kündigte an, rechtliche Schritte zu prüfen. Das Unternehmen betonte, solche Kampagnen würden Fahrgäste in die Irre führen und das Vertrauen in offizielle Kommunikation untergraben.

Die Aktivisten schalteten zudem eine Website, bahn-kostenlos.info, um ihre Forderung nach gebührenfreiem Nahverkehr weiter zu verbreiten. Sie argumentieren, dass durch die Umwidmung von Subventionen für Dienstwagen stattdessen der öffentliche Verkehr finanziert werden könnte. Obwohl die Gruppe jede Rechtswidrigkeit bestreitet, weisen Juristen darauf hin, dass Adbusting – also das Verändern oder Ersetzen von Werbung für politische Botschaften – strafbar sein kann, wenn Originalmaterialien beschädigt oder unrechtmäßig verwendet werden. Das Bundesverfassungsgericht hat in ähnlichen Fällen bereits Grenzen für solche Aktionen gezogen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Kampagne hat Debatten über die Verkehrspolitik in Deutschland ausgelöst. Die Deutsche Bahn hält die Plakate jedoch für illegal. Ströer hat sie bereits abgehängt und prüft mögliche rechtliche Konsequenzen. Die Aktivisten hingegen verteidigen ihr Vorgehen weiterhin als legitime Form des Protests und nicht als Straftat.