Ex-FDP-Mann Wissing fordert radikale Neuausrichtung seiner alten Partei
Laila SchomberEx-FDP-Mann Wissing fordert radikale Neuausrichtung seiner alten Partei
Der ehemalige FDP-Politiker Volker Wissing hat die Freien Demokraten aufgefordert, ihre politische Ausrichtung neu zu definieren. Dieser Appell erfolgt, nachdem er die Partei nach dem Scheitern von Bundeskanzler Olaf Scholz' Ampelkoalition verlassen hat. Wissing, einst Generalsekretär der FDP, stellt inzwischen infrage, welche Zukunftsperspektive die Partei den Wählern noch bieten kann.
Wissing trat aus der FDP aus, als die Koalitionsregierung zerbrach. Trotz seines Austritts blieb er als parteiloser Minister im Kabinett. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen die jüngere Rechtsverschiebung der Partei und deren anhaltende Wahlniederlagen.
Unter der Führung von Christian Dürr, der seit Mai 2025 den Parteivorsitz innehat, gelang es der FDP nicht, ihren "libertären Kurs" in konkrete Politik umzusetzen. Stattdessen prägten interne Debatten und Wahlschlappen – wie etwa 4,4 Prozent in Baden-Württemberg und rund zwei Prozent in Rheinland-Pfalz im Jahr 2026 – die Schlagzeilen. Dürr wirbt zwar für die FDP als "optimistische Reformkraft" mit marktwirtschaftlicher Agenda, doch nennenswerte gesetzgeberische Initiativen blieben aus.
Der Führungsstreit zwischen Dürr und Henning Höne wird auf dem Parteitag im Mai entschieden. Wissing wirft der FDP vor, sie habe sich von vermeintlichen Trends leiten lassen, statt eine klare Vision zu entwickeln. Seine Äußerungen unterstreichen eine tiefere Krise in der Partei, in der interne Gräben die inhaltliche Arbeit überlagern.
Die FDP steht nun vor einer richtungsweisenden Entscheidung über Führung und Kurs. Das Ergebnis des Mai-Parteitags wird zeigen, ob es der Partei gelingt, die internen Konflikte zu überwinden und das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. Bis dahin bleibt ihr politischer Einfluss ungewiss.






