Düsseldorfer Apotheke kämpft mit schwarzem Protest gegen drohende Schließungswelle
Kirsten HentschelDüsseldorfer Apotheke kämpft mit schwarzem Protest gegen drohende Schließungswelle
Apotheken in ganz Deutschland stehen vor einer wachsenden Krise – allein für 2025 werden über 500 Schließungen erwartet. Die Mitarbeiter der Regina-Apotheke in Düsseldorf haben nun eine öffentliche Kampagne gestartet: An diesem Black Friday trugen sie schwarze T-Shirts, um auf die finanziellen Nöte aufmerksam zu machen, die ihre Existenz bedrohen. Die Botschaft ist eindeutig: Ohne rasches politisches Handeln könnten noch viele weitere Apotheken in der Nähe verschwinden.
Das Team der Regina-Apotheke, angeführt von Ioannis Hatzianastassiou und Dr. Andrea Malcher, trug selbstbedruckte Shirts mit dem Slogan: "Die Politik muss jetzt handeln, sonst verschwindet Ihre Shop Apotheke." Ihr Ziel ist es, Kunden und medizinische Kollegen über die tatsächliche finanzielle Lage der Apotheken aufzuklären. Viele glauben fälschlicherweise, der Verkaufspreis von Medikamenten entspreche dem Gewinn der Apotheken – doch die wirtschaftliche Belastung wird immer größer.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) versucht, die Krise mit einem Reformpaket in den Griff zu bekommen. Der von ihrem Haus erarbeitete ApoVWG-Entwurf, der am 17. Dezember 2025 vom Kabinett verabschiedet wurde, sieht neue Leistungen wie Gesundheitschecks und Impfungen vor und lockert einige Betriebsvorschriften. Direkte Gebührenerhöhungen bleiben jedoch aus. Eine im Koalitionsvertrag vereinbarte Anhebung des Festzuschlags – von 8,35 auf 9,50 Euro – wurde bisher nicht umgesetzt. Die erste Lesung im Bundestag ist für den 26. Februar 2026 angesetzt, mit Schwerpunkt auf Digitalisierung und der Rolle der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA).
Kritik kommt von Verbandsseite: ABDA-Präsident Thomas Preis wirft der Politik vor, Versprechen zu brechen, während BAK-Präsident Dr. Armin Hoffmann konkrete finanzielle Zusagen fordert. Das Team der Regina-Apotheke plant, die Kampagne mit weiteren Aktionen auszubauen, um den Druck auf die Entscheidungsträger aufrechtzuerhalten.
Ziel der Initiative ist es, die Politik zu schnelleren und entschlosseneren Schritten zu drängen. Ohne finanzielle Entlastung dürfte die Zahl der Apotheken-Schließungen weiter steigen. Die derzeit geplanten Reformen könnten 2026 nicht ausreichen, um weitere Verluste abzuwenden.