18 June 2026, 12:11

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernneubau und setzt auf Sanierung

Im Osten und Westen gibt es immer noch den bescheidenen Modernismus

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernneubau und setzt auf Sanierung

Düsseldorf hat die Pläne für den Bau eines neuen, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenen Opernhauses im Wert von einer Milliarde Euro aufgegeben. Das Projekt wurde gestoppt, nachdem die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodierten – weit über den ursprünglichen Schätzungen. Oberbürgermeister Stephan Keller setzt nun stattdessen auf die Sanierung des bestehenden Opernhauses am Hofgarten.

Ursprünglich sollte das Nachkriegsgebäude durch Snøhettas modernen Entwurf ersetzt werden. Doch das unkontrollierte Kostenwachstum zwang die Stadt, die Pläne zu verwerfen. Das für den Neubau vorgesehene Grundstück ist inzwischen an die Stadt zurückgefallen, die es für 137 Millionen Euro erworben hatte.

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Eine Kostenanalyse ergab, dass die Modernisierung der aktuellen Bonatz-Oper zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten könnte. Diese Variante hat nun Priorität. Zudem wird eine Rückkehr zu den preiswerteren Plänen des „Blau-Grünen Rings“ von raumwerk in Betracht gezogen.

In Rostock hat das Landesamt für Denkmalpflege in Schwerin das Volkstheater unter Denkmalschutz gestellt. Die CDU hatte geplant, den Nachkriegsbau im Stil des Modernismus für neuen Wohnraum abzureißen. Durch die Unterschutzstellung ist ein Abriss nun unwahrscheinlich. Gleichzeitig entsteht in der Stadt bereits ein neues Theater nach Entwürfen des Berliner Büros Hascher Jehle – die Baukosten werden auf 208 Millionen Euro geschätzt.

Die Düsseldorfer Entscheidung markiert einen Abschied von teuren Kultur-Großprojekten in deutschen Städten. Stattdessen rückt die Aufwertung bestehender Spielstätten in den Fokus. Rostock zeigt mit Denkmalschutz und Neubau einen anderen Umgang mit kultureller Infrastruktur.

Quelle