07 January 2026, 12:19

Drei Kältetote in Dortmund: Warum die Stadt jetzt handeln muss

Unterkünfte mit Säulen und Räumen, umgeben von einer Grasfläche.

Drei Kältetote in Dortmund: Warum die Stadt jetzt handeln muss

Seit November sind in Dortmund drei obdachlose Menschen gestorben – der jüngste Fall ereignete sich an Heiligabend. Das Opfer wurde neben einer weiteren Person gefunden, die bei eisigen Temperaturen auf der Straße schlief. Aktivisten fordern nun dringend Maßnahmen, um weitere Tragödien in Dortmund zu verhindern.

Der letzte Todesfall passierte am 24. Dezember in der Nähe des Dortmunder Stadtzentrums. Ein Obdachloser starb, während eine andere Person neben ihm schlief. Dies folgt auf zwei frühere Kältetote, was bei lokalen Hilfsorganisationen Alarm ausgelöst hat.

Pläne, zusätzliche Notunterkünfte in der Nähe des Hauptbahnhofs zu eröffnen, scheiterten im Dezember. Trotz dieser Rückschläge betonen Stadtvertreter, die bestehenden Einrichtungen – darunter eine Notunterkunft nahe dem Zoo – seien ausreichend. Doch Aktivisten widersprechen: Über 500 Menschen hätten weiterhin keinen sicheren Schlafplatz in Dortmund.

Bastian Pütter von bodo e.V. fordert sofortige Alternativen. Er schlägt vor, eine U-Bahn-Ebene für Übernachtungen zu öffnen oder kurzfristige Schutzräume in Dortmund einzurichten. Zudem betont er, dass viele Obdachlose in Dortmund einander kennen, was die Todesfälle für die Gemeinschaft besonders belastend mache.

Die Dortmunder Tafel e.V. drängt seit Dezember 2025 auf strengere Maßnahmen. Ihre Vorschläge umfassen die Schaffung von 200 zusätzlichen Notunterkunftsplätzen bis Januar 2026, die Umwandlung ungenutzter städtischer Gebäude in vorübergehende Wohnräume sowie den durchgehenden Betrieb von Winterunterkünften mit mehr Personal. Pütter besteht darauf, dass das Stadtzentrum von Dortmund jetzt zugängliche Notlösungen braucht.

Die Todesfälle erhöhen den Druck auf Dortmund, schnell zu handeln. Während Hilfsorganisationen mehr Unterkünfte fordern, halten Behörden die aktuellen Angebote für ausreichend. Ohne neue Maßnahmen warnen Aktivisten, dass sich die Lage mit dem Fortschreiten des Winters weiter verschärfen könnte.