13 February 2026, 16:46

Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt stumm – und steht nun unter Druck

Ein Plakat, das einen Zoo in München, Deutschland, bewirbt und ein Leopard und eine Hauskatze zeigt, mit Text, der Informationen über den Zoo enthält.

Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt stumm – und steht nun unter Druck

Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd steht wegen Untätigkeit in der Kritik. Die 2023 eingerichtete Kommission, die die ethischen Aspekte von Jagd-Safaris prüfen sollte, hat nach Angaben von Beobachtern seit mindestens eineinhalb Jahren keine Sitzungen abgehalten. Nun, kurz vor der nächsten Messe Jagd und Hund, müssen die städtischen Verantwortlichen entscheiden, ob das Gremium endlich aktiv wird – oder weiter schweigt.

Die Kommission war nach jahrelangen hitzigen Debatten im Stadtrat ins Leben gerufen worden. Ihre Aufgabe bestand darin zu bewerten, ob der Verkauf von Jagd-Safaris auf der jährlichen Messe – die in den städtischen Westfalenhallen stattfindet – ethisch vertretbar ist. Zentrale Fragen waren, ob die Großwildjagd dem Artenschutz dient oder vielmehr zum Aussterben bedrohter Arten beiträgt.

Dem 15-köpfigen Gremium gehören Vertreter der Grünen, der SPD, Tierschutzorganisationen wie PETA Deutschland sowie Jagdverbände wie der Deutsche Jagdverband an. Trotz dieser breiten Besetzung gibt es jedoch keine dokumentierten Aktivitäten. Dortmunds neuer Oberbürgermeister, Alexander Kalouti, räumte ein, dass lückenhafte Akten keine Belege für jemals stattgefundene Sitzungen liefern.

Der Druck, die Kommission wiederzubeleben, wächst. Die Grünen hatten vorgeschlagen, sie noch vor der Sommerpause einberufen – ein Vorstoß, der von SPD, Linken und kleineren politischen Gruppen unterstützt wird. Mit einer nunmehr bestehenden Mehrheit könnte das Gremium seine Arbeit aufnehmen, just in dem Moment, in dem die nächste Jagd und Hund vor der Tür steht.

Eigentlich sollten die Ergebnisse der Kommission als Entscheidungshilfe dienen, ob Aussteller künftig noch Jagdreisen auf der Messe anbieten dürfen. Ohne ihre Stellungnahme stehen Dortmunds Verantwortliche nun vor einem Dilemma: Wird die Kommission endlich handlungsfähig sein – oder setzt sich ihre Untätigkeit fort? Die nächste Messe wird zeigen, ob das Gremium Antworten liefert.