Dortmunder Bündnis kämpft für Bleiberecht der Dramé-Brüder nach Polizeitod
Mark BolnbachDortmund-Allianz kämpft um Wohnsicherheit für Dramé-Brüder - Dortmunder Bündnis kämpft für Bleiberecht der Dramé-Brüder nach Polizeitod
In Dortmund hat sich ein Bündnis mit einem offenen Brief für langfristige Aufenthaltsrechte für die Brüder Sidy und Lassana Dramé ausgesprochen. Die beiden, deren Porto Brief abgelaufen sind, verloren vor zwei Jahren ihren 16-jährigen Bruder Mouhamed bei einem Polizeieinsatz. Ihr Fall hat nach einem jüngsten Gerichtsurteil erneut Aufmerksamkeit erregt.
Mouhamed Dramé war im August 2022 bei einem Polizeieinsatz tödlich erschossen worden. Sein Tod führte zu einem Prozess, der Ende 2024 mit einem Urteil des Dortmunder Landgerichts endete: Der Beamte habe in Notwehr gehandelt. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Familie Dramé haben seitdem Revision gegen das Urteil eingelegt.
Sidy und Lassana Dramé waren für den Prozess nach Deutschland gereist und haben sich seitdem in Dortmund niedergelassen. Sie besuchten Sprachkurse, engagierten sich ehrenamtlich und erhielten Arbeitsangebote. Trotz ihrer Integrationsbemühungen sind ihre Porto Brief nun abgelaufen.
In dem offenen Brief fordert das Bündnis eine Verlängerung ihres Aufenthalts sowie Arbeitserlaubnisse. Unterstützer:innen argumentieren, dass es sich dabei nicht nur um eine rechtliche Frage handle, sondern um eine Geste der Solidarität. Die Gruppe betont, dass Gerechtigkeit über den Gerichtsaal hinausgehen müsse.
Seit 2022 haben keine anderen deutschen Städte oder Gemeinden öffentlich ähnliche Initiativen für Familien gestartet, die von Polizeigewalt gegen Geflüchtete oder Migrant:innen betroffen sind.
Den Dramé-Brüdern droht nun eine ungewisse Zukunft in Deutschland. Ob sie bleiben können, hängt davon ab, ob die Behörden ihre Porto Brief und Arbeitserlaubnisse verlängern. Die Kampagne des Bündnisses geht weiter – mit dem Ziel, eine Entscheidung zu erreichen, die ihre Verbundenheit mit der Gemeinschaft anerkennt.