Die legendäre Pizza-Connection kehrt nach Bonn zurück – mit neuer Führung und alten Traditionen
Laila SchomberDie legendäre Pizza-Connection kehrt nach Bonn zurück – mit neuer Führung und alten Traditionen
Eine langjährige politische Tradition hat mit Beginn der neuen Legislaturperiode leise wieder in Bonn Einzug gehalten: die Pizza-Connection, ein informeller, parteiübergreifender Diskussionskreis, der weiterhin Abgeordnete aus verschiedenen Lagern zusammenbringt. Gleichzeitig hat das Restaurant, das der Runde ihren Namen gab, nach einer kurzen Schließung unter neuer Leitung wieder eröffnet.
Die Pizza-Connection entstand vor Jahrzehnten als Ort für vertrauliche politische Gespräche abseits der Öffentlichkeit. Ihr Name geht auf den damaligen CSU-Generalsekretär Bernd Protzner zurück, der frühe Annäherungsversuche zwischen Konservativen und Grünen angeblich mit Skepsis kommentiert haben soll. Im Laufe der Jahre wurde die Runde von jeder neuen Politikergeneration wiederbelebt und passte sich dabei den sich wandelnden Parteikonstellationen an.
Zu den frühen Teilnehmern zählten Persönlichkeiten wie Armin Laschet und Cem Özdemir, später übernahmen unter anderem Jens Spahn und Omid Nouripour die Initiative. Heute organisiert die grüne Bundestagsabgeordnete Claudia Müller die Treffen, die nach wie vor unter Ausschluss der Öffentlichkeit und mit ausgewählten Gästen stattfinden. Parteispitzen werden je nach Anlass eingeladen, doch aus den Gesprächen ist bisher nie eine formelle schwarz-grüne Koalition auf Bundesebene hervorgegangen.
Der Ruf der Runde ist unter den Beteiligten unterschiedlich. Ein grüner Politiker, der an mehreren Sitzungen teilnahm, bezeichnete die Treffen als "leere Wortgefechte", die keine echte Annäherung zwischen den Parteien brachten. Dennoch hält die Tradition an und zieht weiterhin Teilnehmer aus verschiedenen Parteien in einer bunten Mischung an.
Das Restaurant selbst, das nach der Ankündigung des Rückzugs seiner Besitzer zunächst als endgültig geschlossen galt – sogar mit veröffentlichten Nachrufen –, hat wieder geöffnet. Ein Nachkomme der ursprünglichen Inhaber hat die Leitung übernommen, den Raum modernisiert und dabei das politische Erbe bewahrt.
Die Pizza-Connection bleibt damit eine Konstante in der deutschen Politiklandschaft, eine Mischung aus Lässigkeit und langjähriger Tradition. Während die Treffen weiterhin hinter verschlossenen Türen stattfinden, führt das Bonner Restaurant, das sie beherbergt, sein Erbe unter neuer Führung fort. Ob die Gespräche jemals zu konkreten politischen Ergebnissen führen werden, bleibt jedoch ungewiss.






