17 April 2026, 06:15

Dichand-Familie übernimmt Funke-Gruppe und festigt Macht über die Kronen Zeitung

Titelblatt der deutschen Zeitung 'Weitpreubliche Zeitung' vom 13. November 1939, das eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung zeigt.

Dichand-Familie übernimmt Funke-Gruppe und festigt Macht über die Kronen Zeitung

Ein tiefgreifender Wandel in der österreichischen Medienlandschaft steht bevor. Die Familie Dichand unter der Führung von Christoph Dichand hat grünes Licht erhalten, die volle Kontrolle über die deutsche Funke-Mediengruppe zu übernehmen. Damit festigt sie ihren Einfluss auf die Kronen Zeitung, Österreichs einflussreichste Tageszeitung.

Der Deal markiert zugleich ein neues Kapitel in der langen Geschichte der deutsch-österreichischen Medienverflechtungen, die bis zur Gründung der Kronen Zeitung im Jahr 1959 zurückreicht.

Die Kronen Zeitung wurde 1959 von Hans Dichand mit finanzieller Unterstützung von Kurt Falk ins Leben gerufen. Falk hielt bis 1987 einen 50-Prozent-Anteil, ehe die Familie Dichand die volle Kontrolle übernahm. Bereits ein Jahr später, 1988, schlossen sich die Kronen Zeitung, der Kurier und die deutsche WAZ-Gruppe zusammen, um Mediaprint zu gründen – ein Unternehmen, das sich um Anzeigen, Druck und Vertrieb kümmert.

Die WAZ selbst hatte tief verwurzelte Traditionen im deutschen Journalismus. 1948 vom Sohn eines Krupp-Schlossers, Jakob Funke, gegründet, entwickelte sie sich zur größten Regionalzeitung Deutschlands. Ihr Einfluss reichte bis nach Österreich und prägte Partnerschaften wie Mediaprint. Trotz anfänglicher Bedenken bewahrten die Kronen Zeitung und der Kurier trotz gemeinsamer Geschäftsstrukturen stets eigenständige redaktionelle Linien.

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Doch die Verbindungen zwischen den beiden Ländern beschränken sich nicht auf die Medien. Zwei renommierte Intendanten des Wiener Burgtheaters – Claus Peymann (1986) und Matthias Hartmann (2009) – leiteten zuvor das Schauspielhaus Bochum. Gleichzeitig hält die Raiffeisen-Gruppe, die eng mit der österreichischen ÖVP verbunden ist, einen bedeutenden Anteil am Kurier und fügt der Medienlandschaft eine weitere Facette hinzu.

Nun stehen Christoph Dichand und seine Geschwister – Bruder Michael, ein Bio-Landwirt, und Schwester Johanna, eine Kunstsammlerin – kurz davor, ihre Position weiter auszubauen. Die Übernahme der Funke-Gruppe erfüllt einen langgehegten Wunsch ihres verstorbenen Vaters Hans Dichand: die Kronen Zeitung vollständig in Familienbesitz zu halten.

Mit dem Deal sichert sich die Familie Dichand die alleinige Kontrolle über die Kronen Zeitung und zementiert ihre Vorherrschaft in der österreichischen Medienwelt. Gleichzeitig bewahrt sie ein Erbe, das vor mehr als sechs Jahrzehnten begann. Der Schritt garantiert zudem die Unabhängigkeit der Zeitung von externen ideologischen Einflüssen – trotz früherer Branchenbedenken.

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