05 June 2026, 17:33

Deutschlands Tischtennis-Team startet ohne Boll in eine ungewisse EM-Zukunft

Erste EM für Deutschland ohne Boll in 20 Jahren

Deutschlands Tischtennis-Team startet ohne Boll in eine ungewisse EM-Zukunft

Deutschlands Tischtennis-Team bereitet sich auf sein erstes großes Turnier seit Timo Bolls Rücktritt vor

Die neu formierte Mannschaft will bei der bevorstehenden Europameisterschaft ihren Status als bestes Team Europas zurückerobern. Mit einer Mischung aus erfahrenen Spielern und aufstrebenden Talenten sieht sich das Team jedoch stärkerer Konkurrenz gegenüber als in den vergangenen Jahren.

Das Trainingszentrum in Düsseldorf zeugt noch immer von der reichen Geschichte des deutschen Tischtennis: von Olympischen Medaillen bis hin zu WM-Pokalen. Doch ohne Boll und Dimitrij Ovtcharov muss sich die Mannschaft nun unter neuer Führung erneut beweisen.

Eine Ära geht zu Ende – eine neue beginnt Über ein Jahrzehnt lang führten Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov Deutschland zur Vorherrschaft in den Teamwettbewerben. Gemeinsam holten sie neun EM-Titel, erreichten sechs WM-Finals und gewannen vier Olympische Medaillen. Ihre Erfolge sind noch immer im Düsseldorfer Trainingszentrum ausgestellt – darunter auch Bolls letzte WM-Medaille von 2021.

Nun liegt die Verantwortung bei Benedikt Duda (31), Dang Qiu (28) und Patrick Franziska (33), die aktuell auf den Plätzen 8, 14 und 15 der Weltrangliste stehen. Zwar zählen sie nach wie vor zu den besten Spielern, doch gehen sie nicht mehr als klare Favoriten in die Turniere. Andere europäische Nationen haben aufgeschlossen, was die anstehende EM unberechenbarer macht.

Frauen-Team setzt auf Erfahrung und Nachwuchs Bei den Frauen hat Sabine Winter, Deutschlands aktuelle Nummer eins, ihr Spiel mit 32 Jahren neu erfunden. Eine jüngste Änderung der Belagart und Spielweise hält sie konkurrenzfähig. Die 18-jährige Annett Kaufmann, amtierende Junioren-Weltmeisterin, gilt hingegen als größtes Talent des Teams. Ihre Entwicklung wird von Nationaltrainerin Tamara Boros begleitet, die 2003 als letzte Europäerin eine Einzel-Medaille bei einer WM gewann.

Olympische Reformen erfordern Anpassung Auch die Zukunft des Teamwettbewerbs bei Olympia steht vor Veränderungen: Das Internationale Olympische Komitee plant, die getrennten Mannschaftswettbewerbe der Männer und Frauen durch ein gemischtes Teamformat zu ersetzen. Dies wird die Vorbereitung der Nationen auf künftige Spiele verändern.

Deutschlands Tischtennis-Legende ist unbestritten – doch die Mannschaft steht nun vor einer neuen Ära ohne ihre langjährigen Führungsspieler. Die Europameisterschaft wird zeigen, ob das aktuelle Team an die Spitze zurückkehren kann. Gleichzeitig erfordern die Änderungen im olympischen Wettbewerbsformat weitere Anpassungen von Spielern und Trainern.

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