29 April 2026, 04:38

Deutsche Bühnen feiern Comeback der Marathon-Aufführungen mit epischen Theaterstücken

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit sichtbarem Text und einem Logo auf der Seite.

Deutsche Bühnen feiern Comeback der Marathon-Aufführungen mit epischen Theaterstücken

Deutsche Theater kehren zu Marathon-Aufführungen zurück und beleben die Tradition ultra-langer Stücke

Beim diesjährigen Berliner Theatertreffen stehen wieder ausufernde Inszenierungen auf dem Programm – darunter ein siebenstündiges Epos der Münchner Kammerspiele. Damit setzt sich ein Trend fort, der nach Jahren kürzerer, pandemiebedingt komprimierter Formate zu immersiven Großereignissen zurückkehrt.

Die Tradition langer Theaterabende reicht Jahrzehnte zurück. In den 1970er- und 1980er-Jahren prägte das Regietheater ambitionierte, stundenlange Produktionen. Robert Wilsons Einstein on the Beach, 1976 uraufgeführt, dauerte vier bis fünf Stunden. Später dehnte Luk Percevals Schlachten beim Salzburger Festspiel 1999 die Spielzeit auf zwölf Stunden aus.

Nun bringt die Berliner VolksbühnePeer Gynt in einer Neuinszenierung auf die Bühne – allein der erste Teil umfasste einst acht Stunden. Die Münchner Kammerspiele zeigen unterdessen Wallenstein: Ein Schlachtenfest in sieben Gängen, eine siebenstündige Produktion, die in diesem Jahr für das Theatertreffen ausgewählt wurde. Das Festival, das jährlich vom 1. bis 17. Mai stattfindet, präsentiert herausragende Arbeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Nora Hertlein-Hull, Leiterin des Theatertreffens, erlebte ihre erste ultra-lange Aufführung 2007. Zwar erfasst der Deutsche Bühnenverein keine Spielzeiten systematisch, doch der Trend ist unübersehbar. Nach der Pandemie setzten viele Häuser auf kürzere, zugänglichere Formate. Die Rückkehr zu epischer Erzählweise deutet nun auf ein erneutes Verlangen nach opulenten, zeitintensiven Live-Erlebnissen hin.

Die Renaissance des Marathon-Theaters spiegelt eine wachsende Nachfrage nach immersiven Großproduktionen wider. Zuschauer können nun Werke wie Peer Gynt oder Wallenstein auf großen Festivals erleben. Der Trend zeigt: Nach Jahren der Kürze besinnen sich deutsche Bühnen wieder auf ambitionierte, langatmige Erzählformen.

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