15 January 2026, 20:56

Deutsche Bahn modernisiert nur Bahnhöfe – veraltete Stellwerke bleiben kritisch

Ein alter Stadtplan von Köln, Deutschland, mit einem detaillierten Gebäudeplan und begleitendem Text.

Deutsche Bahn modernisiert nur Bahnhöfe – veraltete Stellwerke bleiben kritisch

Großes Sanierungsprojekt an der Bahnstrecke Hagen–Wuppertal–Köln stößt auf Kritik: Wichtige Stellwerke bleiben veraltet

Die Deutsche Bahn plant im Rahmen eines umfangreichen Modernisierungsvorhabens entlang der Strecke Hagen–Wuppertal–Köln lediglich die Aufwertung von sechs Hauptbahnhöfen – obwohl viele der signaltechnischen Anlagen in einem schlechten oder sogar kritischen Zustand sind. Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Matthias Gastel, kritisiert scharf, dass der Austausch veralteter Stellwerke nicht Teil der Planungen ist.

Acht Stellwerke entlang der Strecke bleiben unangetastet, darunter drei, die als "kritisch" und zwei, die als "sehr schlecht" eingestuft sind. Besonders betroffen sind die Standorte Wuppertal-Oberbarmen und Wuppertal-Steinbeck, wo die Infrastruktur in desolatem Zustand ist. Auch in Schwelm, Solingen und am Hagener Hauptbahnhof befinden sich Stellwerke, die als "schlecht" gelten.

Als Begründung für den Verzicht auf die Modernisierung führt die Deutsche Bahn unzureichende Planungszeiten und fehlende Vorprojekte an. Normalerweise würde das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eingreifen, wenn keine Maßnahmen vorgesehen sind – doch eine solche Intervention steht bisher nicht im Raum. Stattdessen konzentriert man sich auf die sechs Hauptbahnhöfe, von denen vier als "zukunftssicher" gelten sollen. Selbst diese Arbeiten werden jedoch frühestens Ende 2027 abgeschlossen sein. Die Entscheidung bedeutet auch, dass das neue Europäische Zugsicherungssystem (ETCS) auf dieser Strecke nicht eingeführt wird. Kritiker wie Ulrich Lange bezeichnen die Sanierung als "halbherzige Lösung" und warnen vor anhaltenden Problemen bei der Zuverlässigkeit. Auch die sechs für Modernisierungen vorgesehenen S-Bahn-Stationen werden mit langen Verzögerungen zu kämpfen haben – die Arbeiten ziehen sich voraussichtlich bis über 2027 hin.

Dass die Stellwerksmodernisierung ausgeklammert bleibt, bedeutet, dass kritische Infrastruktur jahrelang unverändert bleibt. Fahrgäste und Betreiber müssen sich weiterhin auf veraltete Systeme verlassen, während eine Einführung von ETCS in absehbarer Zeit nicht geplant ist. Der begrenzte Umfang des Projekts sorgt dafür, dass Verspätungen und mögliche Betriebsstörungen entlang der Strecke weiter bestehen bleiben.