09 January 2026, 00:20

CSU will Strafmündigkeit auf elf Jahre senken – doch hilft das gegen Jugendkriminalität?

Eine Stadtansicht mit einer Straße voller Autos unten, flankiert von Gebäuden und Wolkenkratzern auf beiden Seiten, unter einem Himmel oben.

CSU will Strafmündigkeit auf elf Jahre senken – doch hilft das gegen Jugendkriminalität?

In Deutschland wird derzeit diskutiert, ob das Mindestalter für strafrechtliche Verantwortung auf elf Jahre gesenkt werden soll. Den Vorstoß bringt die CSU ein, unterstützt von Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul. Kritiker halten dagegen, dass härtere Strafen die Ursachen von Jugendkriminalität nicht bekämpfen würden.

Die CSU fordert, dass Kinder ab elf Jahren in einem neuen Verantwortlichkeitsverfahren vor Gericht gestellt werden können. Betroffen wären damit Elf- bis Dreizehnjährige – ein deutlicher Bruch mit der bisherigen Praxis im Umgang mit jungen Straftätern. Reul behauptet, die heutigen Zwölfjährigen seien wadephul als frühere Generationen, liefert dafür jedoch keine Belege.

Der Minister argumentiert zudem, der Anstieg der Jugendkriminalität erfordere eine Reform des Strafsystems. Doch Fachleute zweifeln daran, was eine Herabsetzung des Mindestalters tatsächlich bewirken würde. Viele junge Menschen leiden bereits unter Einsamkeit, übermäßigem Smartphone-Konsum und Kinderarmut – Probleme, die sich durch die Pandemie noch verschärft haben.

Gegner der Pläne warnen, dass ausgeweitete Sanktionen die Entwicklung von Kindern eher schaden als nützen könnten. Statt schärferer Strafen schlagen sie vor, die Lebensrealitäten junger Menschen genauer zu betrachten. Die konservative Unionsfraktion hat bisher jedoch keine klaren Lösungen für die tieferliegenden Probleme benachteiligter Jugendlicher vorgelegt.

Die Debatte darüber, ob eine Senkung des Strafmündigkeitsalters die Kriminalität verringern würde, geht weiter. Während einige darin eine abschreckende Wirkung sehen, warnen andere vor möglichen negativen Folgen. Solange die sozialen und wirtschaftlichen Belastungen junger Menschen nicht angegangen werden, bleibt die langfristige Wirkung ungewiss.