CSU-Politiker nutzen Faschingsball für klare Botschaften vor der Wahl
Laila SchomberCSU-Politiker nutzen Faschingsball für klare Botschaften vor der Wahl
Politiker der bayerischen CSU inszenierten sich beim diesjährigen Fastnacht-in-Franken-Ball mit markigen Auftritten – ihre Kostüme transportierten dabei mehr als nur karnevalistische Heiterkeit. Manche bezogen sich sogar direkt auf aktuelle Wahlkämpfe oder gesellschaftliche Anliegen.
Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder erschien als Braveheart – eine Wahl, die sofort Spekulationen über die politische Botschaft auslöste. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) setzte dagegen auf humorvolle Leichtigkeit und präsentierte sich als Lucky Luke.
Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, nutzte ihr Kostüm, um auf Frauenrechte aufmerksam zu machen: Als Suffragette forderte sie mehr politische Teilhabe von Frauen. Ihr Auftritt stand im Zeichen der Kampagne Bayern ruft!, deren Schirmherrschaft sie übernommen hat. Die 2019 gestartete Initiative hat sich mittlerweile zu einem landesweiten Netzwerk entwickelt, das Frauen den Einstieg in die Politik erleichtern soll.
Geplant ist unter anderem ein Gruppenfoto mit 200 Frauen an der Bavaria-Statue in München im Jahr 2025. Bürgerversammlungen wie 2026 in Simbach am Inn stoßen bereits jetzt auf großes Interesse. Die überparteiliche Unterstützung durch Persönlichkeiten wie Sozialministerin Ulrike Scharf oder Verbände wie den KDFB verstärkt die Reichweite der Kampagne. Bis Januar 2026 wird Bayern ruft! durch Kommunen touren, um Frauen für die Kommunalwahlen am 8. März zu motivieren.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) wählte einen anderen Ansatz: Ihr Kostüm lenkte den Fokus auf die Meeresforschung und die Bedeutung der Weltmeere.
Der Ball bot damit mehr als nur bunte Verkleidungen. Söders Braveheart-Auftritt und Aigners Suffragetten-Kostüm verbanden sich direkt mit politischen und gesellschaftlichen Bewegungen. Gleichzeitig treibt die Kampagne Bayern ruft! die Forderung nach mehr Frauen in der bayerischen Politik vor den entscheidenden Wahlen weiter voran.