04 January 2026, 02:11

Coca-Cola-Chef prangert Deutschlands Bürokratie als Investitionsbremse an

Drei Coca-Cola-Flaschen auf einem Tuch gedruckt.

Coca-Cola beschwert sich über Standortbedingungen in Deutschland - Coca-Cola-Chef prangert Deutschlands Bürokratie als Investitionsbremse an

John Galvin, Vorstandsvorsitzender von Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) in Deutschland, hat die hiesigen Wirtschaftsbedingungen als übermäßig bürokratisch kritisiert. Er warnte, dass überbordende Vorschriften Unternehmen davon abhielten, in Deutschland zu investieren – trotz jüngster politischer Zusagen, die Regularien zu lockern. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der Deutschland mit wachsenden Sorgen um seine wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit konfrontiert ist.

Galvin verwies auf die Herausforderungen, mit denen Unternehmen in Deutschland zu kämpfen haben, wo selbst kleine Projekte monatelang verzögert werden. Selbst scheinbar einfache Aufgaben wie das Versetzen eines Zauns, Baumschnitt oder Dachreparaturen kommen oft nur schleppend voran, weil mehrere Behörden beteiligt sind. Solche Ineffizienzen, so Galvin, schreckten Investoren ab und bremsten die Geschäftsabläufe in Deutschland aus.

Trotz der Kritik bleibt CCEP Deutschland treu und hat keine Pläne, die Produktion ins Ausland zu verlagern. Das Unternehmen betreibt bundesweit 24 Standorte, darunter 13 Produktionsstätten, und beschäftigt rund 6.100 Mitarbeiter. Der jährliche Absatz beläuft sich auf 4,1 Milliarden Liter Coca-Cola-Produkte. Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, die Rahmenbedingungen für Unternehmen in Deutschland zu verbessern. Geplant sind Steuersenkungen, niedrigere Energiepreise und eine Hightech-Strategie. Zudem sollen 2026 ein neues Standortförderungsgesetz sowie strukturelle Reformen die Attraktivität Deutschlands als Wirtschaftsstandort stärken.

Galvin begrüßte diese Ankündigungen, betonte jedoch, dass die Politik nun liefern müsse. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hatte bereits vor einem Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland gewarnt. Unternehmensvertreter fürchten, dass das Land als Spitzenstandort an Strahlkraft verliert – wobei die Bürokratie immer wieder als zentrales Hindernis genannt wird.

Die Entscheidung von CCEP, in Deutschland zu bleiben, unterstreicht zwar das langfristige Engagement des Konzerns, doch Galvins Worte spiegeln eine breitere Unzufriedenheit wider. Die Erfahrungen des Unternehmens mit Verzögerungen und behördlichen Hürden in Deutschland stehen exemplarisch für die Sorgen der deutschen Wirtschaft. Ob die angekündigten Reformen Abhilfe schaffen, bleibt abzuwarten.