CDU-Pläne für Räumung am Solinger Hauptbahnhof lösen Streit über Obdachlosigkeit aus

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Unterkünfte mit Säulen und Zimmern, umgeben von einer Rasenfläche.

CDU-Pläne für Räumung am Solinger Hauptbahnhof lösen Streit über Obdachlosigkeit aus

Bürgerinitiative kritisiert CDU-Pläne für Räumung am Solinger Hauptbahnhof: "Vertreiben allein hilft nicht"

Solingen – Die CDU hat kürzlich verschärfte Regelungen für den öffentlichen Raum vorgeschlagen, um die Situation obdachloser Menschen in der Unterführung am Solinger Hauptbahnhof zu entschärfen. Konkret sollen das Lagern, Campen und Übernachten tagsüber verboten werden. Gleichzeitig will die Partei bestehende Hilfsangebote stärker bewerben. Die Bürgergemeinschaft für Solingen e.V. (BfS) begrüßt zwar, dass das Thema endlich politische Aufmerksamkeit erhält – doch die geplante Lösung stößt auf scharfe Kritik.

Ein Streit über Obdachlosigkeit am Solinger Hauptbahnhof hat neue Brisanz erhalten, nachdem die CDU strengere ordnungsrechtliche Maßnahmen gefordert hat. Die Partei will das Sitzen, Lagern und Übernachten in der Unterführung rund um die Uhr untersagen. Die Bürgergemeinschaft für Solingen e.V. (BfS) hat nun mit deutlicher Kritik auf den Vorstoß reagiert.

Am 8. Dezember 2025 brachte die CDU Änderungen auf den Weg, um die Probleme in der Bahnhofsunterführung anzugehen. Ihr Entwurf sieht ein 24-stündiges Verbot für das Sitzen, Campen und Schlafen in dem Bereich vor. Zudem schlägt die Partei vor, bestehende Hilfsangebote wie Obdachlosenunterkünfte und aufsuchende Sozialarbeit besser bekannt zu machen.

Die BfS räumte ein, dass die politische Auseinandersetzung mit dem Thema längst überfällig sei. Doch der Ansatz der CDU sei oberflächlich, so die Initiative. Das Problem liege nicht darin, dass Betroffene die Hilfsangebote nicht kennten – Einrichtungen wie die Bahnhofsmission, Caritas oder der Kältebus seien hinlänglich bekannt. Stattdessen kritisierte die BfS, dass diese Angebote zu stark von ehrenamtlichem Engagement und Spenden abhängen und so keine nachhaltige Perspektive bieten.

Die Organisation warnte, dass ein reines Verdrängungsverbot Obdachlose lediglich in andere öffentliche Räume abdrängen werde. Stattdessen forderte die BfS langfristige Lösungen, die vom Land finanziell abgesichert werden. Notwendig seien umfassende Programme, die echte Chancen auf Wohnraum, Arbeit und soziale Teilhabe eröffnen. Ziel müsse es sein, öffentliche Flächen für alle nutzbar zu halten – und gleichzeitig die Ursachen von Obdachlosigkeit zu bekämpfen.

Die CDU-Pläne stoßen damit auf Widerstand der BfS, die statt schneller Lösungen strukturelle Veränderungen einfordert. Ohne landesweit finanzierte, nachhaltige Strategien, so die Kritiker, werde das Problem nur verlagert – nicht gelöst. Die Debatte zeigt: Solingen braucht breiter angelegte Antworten auf die Obdachlosigkeit.

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