Bundesbank plant Abschaffung von Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünfcent-Rundung
Linus JesselBundesbank plant Abschaffung von Ein- und Zweicent-Münzen durch Fünfcent-Rundung
Die Bundesbank hat einen Plan vorgelegt, Bargeldzahlungen auf den nächsten Fünfcent-Betrag zu runden. Diese Änderung würde bedeuten, dass Preise an der Kasse leicht angepasst werden – mal etwas teurer, mal etwas günstiger, je nach Gesamtsumme. Ziel der Maßnahme ist es, die Herstellung und den Umgang mit Ein- und Zweicent-Münzen zu reduzieren, die in Deutschland nach wie vor weit verbreitet sind.
Laut einer Bundesbank-Studie aus dem Jahr 2023 werden in Deutschland derzeit noch etwa die Hälfte aller Ladengeschäfte in bar bezahlt. Würde der Vorschlag umgesetzt, würde ein Produkt, das 3,99 Euro kostet, auf 4,00 Euro aufgerundet, während ein Artikel für 2,02 Euro auf 2,00 Euro abgerundet würde. Auf diese Weise würden Ein- und Zweicent-Münzen schrittweise aus dem Zahlungsverkehr verschwinden.
Mehrere europäische Länder haben bereits ähnliche Systeme eingeführt. Finnland, die Niederlande, die Slowakei, Irland, Italien, Belgien und Estland runden Bargeldzahlungen auf den nächsten Fünfcent-Betrag. Auch in Deutschland lassen einige Supermarktketten in Nordrhein-Westfalen ihre Kunden bereits die Rechnung auf den nächsten Zehncent-Betrag aufrunden – viele Kundinnen und Kunden seien laut Berichten dazu bereit.
Die Bundesbank argumentiert, dass der schrittweise Verzicht auf Kleingeld die Kosten für Prägung, Verpackung und Transport senken würde. Zwar hat noch kein EU-Land die Fünfcent-Rundung gesetzlich vorgeschrieben, doch die Praxis ist in vielen Ländern üblich. Der Vorschlag muss nun weiter diskutiert werden, bevor eine Entscheidung fällt.
Falls der Plan genehmigt wird, würde die neue Regelung Bargeldtransaktionen vereinfachen und die Ausgaben für Unternehmen und Banken verringern. Für Kundinnen und Kunden würden sich die Endbeträge ihrer Rechnungen um wenige Cent ändern. Zudem könnte Deutschland damit zu anderen EU-Staaten aufschließen, die sich bereits von den kleinen Münzen verabschiedet haben.






