22 March 2026, 02:09

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und strafft Geschäftsstrategie trotz Ölpreis-Rallye

Balkendiagramm, das die Wertminderungen von Vermögenswerten für Ölkonzerne zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkauft Gelsenkirchener Raffinerie und strafft Geschäftsstrategie trotz Ölpreis-Rallye

BP beschleunigt seine interne Umstrukturierung, während die Ölpreise auf fast 112 Dollar pro Barrel steigen. Das Unternehmen hat zudem den Verkauf seiner deutschen Raffinerie bekannt gegeben – ein Schritt, der die Verbindlichkeiten um bis zu 1,7 Milliarden Dollar verringern könnte. Gleichzeitig halten sich die Arbeitskonflikte in einer seiner wichtigsten US-Raffinerien hartnäckig.

Analysten bleiben vorsichtig: Trotz eines Kursanstiegs von 27 Prozent in diesem Jahr schloss die Aktie am Freitag bei 6,45 Euro.

BP hat sich mit der Klesch Group auf den Verkauf seiner Raffinerie in Gelsenkirchen geeinigt. Der Deal umfasst die Übernahme von rund 1.800 Mitarbeitern sowie eine Anlage mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von 12 Millionen Tonnen Rohöl. Der Verkauf ist Teil von BPs umfassendem Plan, bis 2027 Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden Dollar zu veräußern – davon sind bereits über 11 Milliarden Dollar gesichert.

Die Veräußerung der Raffinerie veranlasste die HSBC, ihre Bewertung der BP-Aktie von "Reduzieren" auf "Halten" hochzustufen. Die Bankanalysten hoben zudem ihr Kursziel an und verwiesen auf eine mögliche Entlastung von bis zu 1,7 Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten. Dennoch bleibt das durchschnittliche Analystenziel mit 38,28 Dollar bescheiden.

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Die Umstrukturierung bei BP erfolgt vor dem Hintergrund einer volatilen Marktlage, die durch geopolitische Spannungen in der Straße von Hormus angetrieben wird. Die Preise für Brent-Rohöl sind auf etwa 112 Dollar pro Barrel gestiegen und belasten die globalen Lieferketten. Als Reaktion darauf erteilte die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act, die es ausländischen Schiffen erlaubt, Waren zwischen US-Häfen zu transportieren.

Intern sieht sich BP mit Herausforderungen in seiner Whiting-Raffinerie in Indiana konfrontiert, wo rund 800 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen ausgesperrt bleiben. Dennoch betont die Unternehmensführung, dass die Produktion nicht schwerwiegend beeinträchtigt werde. Zudem hat BP sein Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar bis 2027 angehoben, um die Cashflow-Situation zu verbessern und die finanzielle Position zu stärken.

BP setzt mit seinen jüngsten Schritten klar auf eine Straffung der Geschäftsabläufe – trotz hoher Ölpreise und Arbeitskonflikte. Der Verkauf der deutschen Raffinerie und strengere Kostenkontrollen stehen im Mittelpunkt dieser Strategie. Mit mehr als der Hälfte des Desinvestitionsziels bereits erreicht, passt sich das Unternehmen weiterhin einem unberechenbaren Energiemarkt an.

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