22 March 2026, 20:20

Berlin feiert Newroz erstmals mit großen öffentlichen Festen und Widerstandskultur

Eine belebte Stadtstraße an einem Neujahrsabend in Berlin, mit Gebäuden, Bäumen, Laternen, Verkehrszeichen, Zeltplanen, Menschen und einem prächtigen Feuerwerk am Himmel.

Berlin feiert Newroz erstmals mit großen öffentlichen Festen und Widerstandskultur

Berlin feiert das Newroz-Fest erstmals mit einer Reihe öffentlicher Veranstaltungen

Zwei große Veranstaltungsorte – das Humboldt Forum und das Haus der Kulturen der Welt – richten Festivitäten mit Musik, Diskussionen und traditionellen Aktivitäten aus. Beide Events sind kostenfrei und unterstreichen die kulturelle und politische Bedeutung des Festes.

Newroz, auch bekannt als Nowruz oder Navroz, wird von Millionen Menschen in über zwölf Ländern gefeiert – von Iran und Afghanistan bis in die Türkei und Zentralasien. Doch in einigen Regionen war das Fest aufgrund seiner historischen und religiösen Wurzeln verboten oder eingeschränkt.

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Das Humboldt Forum öffnet von 11 bis 20:30 Uhr für einen ganzen Tag mit Newroz-Feierlichkeiten. Besucher können Drachen basteln, Eier bemalen und an traditionellen Tänzen teilnehmen. Eine Podiumsdiskussion widmet sich der Rolle des Festes in schwierigen Zeiten – passend zum diesjährigen Motto "Beziehungen: Familie", ein Verweis auf Familien, die heute mit Unsicherheit konfrontiert sind.

Sieben Berliner Vereine haben mit dem Humboldt Forum kooperiert, um die vielfältigen Traditionen zu präsentieren. Es ist das erste Mal, dass die Institution ein Newroz-Event ausrichtet und damit einen Raum für kulturellen Austausch und Reflexion bietet.

Am Abend folgt im Haus der Kulturen der Welt ab 20:30 Uhr bis Mitternacht die Veranstaltung "Nowruz – Ein neuer Tag", die sich ganz der persischen Kultur und Künstlerinnen widmet. Newroz wird hier als Akt des Widerstands inszeniert. Die Kuratorin betont die Bedeutung des Festes angesichts der früheren Unterdrückung durch das iranische Regime.

Parallel veranstaltet das Gorki Theater ab 21 Uhr eine eigene "Newroz!"*-Feier mit Konzert und Party. Die politische Dimension des Festes bleibt prägend – besonders in Ländern wie Afghanistan und Iran, wo es in der Vergangenheit verboten oder eingeschränkt war. Unter der Herrschaft der Taliban (1996–2001) galt Newroz als "unislamisch", und auch im Iran wurden nach 1979 trotz seines heutigen Status als offizieller Feiertag Beschränkungen verhängt.

Weltweit verbindet Newroz Gemeinschaften von Afghanistan und Tadschikistan bis in die kurdischen Regionen im Irak und der Türkei. In vielen Ländern liegt die Beteiligung bei über 90 Prozent – ein Beweis für die tiefen kulturellen Wurzeln, selbst dort, wo Feiern unterdrückt wurden.

Die Berliner Veranstaltungen bieten eine Plattform für Feier und Dialog. Der kostenfreie Eintritt im Humboldt Forum und im Haus der Kulturen der Welt ermöglicht eine breite Teilhabe. Für viele bleibt Newroz ein Symbol des Widerstands, das Traditionen mit aktuellen Kämpfen um Freiheit und Identität verbindet.

Quelle