Bergisch Gladbachs S11-Bauchaos: 18 Monate ohne Bahn – und keine Alternativen in Sicht
Laila SchomberBergisch Gladbachs S11-Bauchaos: 18 Monate ohne Bahn – und keine Alternativen in Sicht
Pendler in Bergisch Gladbach müssen sich auf jahrelange Einschränkungen einstellen, während die umfangreichen Modernisierungsarbeiten an der S11-Linie voranschreiten. 15 Jahre hat die Stadt auf ein zweites Gleis und den Ausbau des Bahnhofs gewartet – doch nun bringen die Bauarbeiten langfristige Sperrungen mit sich. Die Verantwortlichen haben einen stufenweisen Plan vorgelegt, wobei die längste Vollsperre bis zu 18 Monate dauern wird, voraussichtlich von Ende 2030 bis Anfang 2032.
Die ersten Beeinträchtigungen beginnen bereits 2026 mit vorübergehenden Sperrungen für die Modernisierung des digitalen Stellwerks und Brückenarbeiten. Weitere Unterbrechungen sind für 2027 und 2029 im Rahmen der Umstellungsphase vorgesehen. Doch die größten Auswirkungen stehen noch bevor: Ein kompletter Ausfall des S-Bahn-Verkehrs vom vierten Quartal 2030 bis zum ersten Quartal 2032.
Bürgermeisterstellvertreter Ragnar Migenda betonte, dass diese langfristige Sperrung notwendig sei, um das seit langem geplante zweite Gleis zu bauen. Zum Projekt gehört auch die Erweiterung des Bahnhofs Bergisch Gladbach mit zusätzlichen Bahnsteigen, um nach Fertigstellung einen zuverlässigen 10-Minuten-Takt zu ermöglichen. Bisher gibt es jedoch – Stand März 2026 – noch keine konkreten Ersatzverkehrspläne.
Die Stadt arbeitet zwar mit dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) zusammen, um Möglichkeiten wie verstärkte Busverbindungen, Pendelverkehr oder umgeleitete Regionalzüge zu prüfen. Doch für Pendler bleibt unklar, wie sie die 18-monatige Lücke im Schienenverkehr überbrücken sollen. Auch der genaue Fertigstellungstermin und die Wiederaufnahme des S-Bahn-Betriebs stehen noch nicht fest.
Langfristig versprechen die Modernisierungen Verbesserungen wie eine höhere Taktung und mehr Kapazitäten auf der S11. Doch die kommenden Jahre werden die Geduld der Fahrgäste auf die Probe stellen – mit wiederholten Sperrungen und noch immer fehlenden festen Alternativlösungen. Die Verantwortlichen betonen zwar, dass die Planung läuft, doch konkrete Lösungen stehen noch aus.






