Bergisch Gladbach will die Strunde renaturieren – und das Zanders-Gelände neu erfinden
Kirsten HentschelBergisch Gladbach will die Strunde renaturieren – und das Zanders-Gelände neu erfinden
Bergisch Gladbach treibt die Pläne zur Renaturierung der Strunde auf dem ehemaligen Zanders-Industriegelände voran. Der Stadtrat hat beschlossen, Bundesfördermittel für das Vorhaben zu beantragen, das darauf abzielt, den Wasserlauf in einen natürlichen Zustand zurückzuführen und das Gesicht des Gebiets aufzuwerten. Bei Erfolg könnte das Projekt einen zentralen Teil des Stadtbilds grundlegend verändern.
Der Stadtrat stimmte kürzlich der Teilnahme am Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ zu. Dieser Schritt ermöglicht es Bergisch Gladbach, finanzielle Unterstützung für die Freilegung und Renaturierung der Strunde zu beantragen, die derzeit unterirdisch durch das Zanders-Gelände fließt. Die offiziellen Antragsunterlagen sollen Ende 2026 bei der Bundesregierung eingereicht werden.
Bis zu 80 Prozent der geschätzten Projektkosten in Höhe von rund 5,4 Millionen Euro könnten aus dem Bundesprogramm gedeckt werden. Die Stadt plant, ihren verbleibenden Anteil über bestehende Sondervermögen zu finanzieren. Lokale Politiker betonen, wie entscheidend die Sicherung dieser Mittel für die Umsetzung der Vision ist.
Theresia Meinhardt, Vorsitzende der Grünen-Fraktion, ist überzeugt, dass der renaturierte Fluss dem Zanders-Gelände eine neue Identität verleihen wird. Er werde das Areal für Anwohner und Besucher gleichermaßen attraktiver machen, so Meinhardt. Gleichzeitig forderte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus W. Waldschmidt die lokale Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach auf, sich auf Bundesebene für das Projekt einzusetzen.
Andreas Ebert, der SPD-Sprecher für Stadtentwicklung, zeigt sich zuversichtlich, dass der Haushaltsausschuss des Bundestags den Antrag unterstützen wird. Die endgültige Entscheidung über die Förderung liegt jedoch beim Bundestag.
Der Erfolg des Projekts hängt von der Bundeszusage ab, mit einer Entscheidung ist nach Einreichung des Förderantrags 2026 zu rechnen. Bei Bewilligung könnte die renaturierte Strunde nicht nur das Zanders-Gelände neu prägen, sondern auch die finanzielle Belastung für die Stadt verringern. Das Vorhaben wäre ein wichtiger Schritt, um Bergisch Gladbachs urbanen Raum an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.






