Bergisch Gladbach kämpft um OGS-Plätze für alle Erstklässler ab 2026
Kirsten HentschelBergisch Gladbach kämpft um OGS-Plätze für alle Erstklässler ab 2026
Ab dem Schuljahr 2026/27 hat jedes Erstklässler-Kind in Bergisch Gladbach einen gesetzlichen Anspruch auf einen Platz in der Offenen Ganztagsschule (OGS). Die Stadt arbeitet daran, dieses Vorhaben umzusetzen, doch Raumknappheit und noch unklare Vergaberichtlinien sorgen für Herausforderungen. Während die meisten Grundschulen ausreichend Plätze anbieten können, fehlen an drei Schulen bereits jetzt bis zu 23 Betreuungsplätze pro Standort.
Das neue Gesetz garantiert ab 2026 allen Erstklässlern einen OGS-Platz, bis 2029 soll der Anspruch schrittweise auf die höheren Jahrgänge ausgeweitet werden. Doch wie viele Plätze im kommenden Jahr tatsächlich zur Verfügung stehen, steht noch nicht fest. Die Planungen laufen noch, konkrete Zahlen werden frühestens Ende November erwartet.
Für Eltern bleibt die Situation ungewiss: Die endgültigen Zusagebescheide für Schule und OGS werden erst Ende März verschickt. Zwar hat die Stadt Kriterien für die Vergabe der begrenzten Plätze festgelegt, doch diese Regeln werden erst nach der Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Dezember finalisiert. Da die Nachfrage das Angebot voraussichtlich übersteigen wird, müssen einige Familien möglicherweise ohne Betreuungsplatz auskommen.
Das größte Problem ist der Mangel an räumlichen Kapazitäten. Die Stadt prüft aktuell Mietlösungen, Anbauten und Umgestaltungen bestehender Räume, um zusätzlich 200 bis 300 OGS-Plätze zu schaffen. Sollten nicht genug Plätze bereitstehen, drohen Klagen oder Entschädigungsforderungen von Elternseite. Da der Unterricht für Erstklässler bereits gegen 11:30 Uhr endet, ist eine verlässliche Nachmittagsbetreuung für berufstätige Eltern unverzichtbar.
Aktuell fehlen an drei Schulen – der GGS Heidkamp, der GGS Moitzfeld und der KGS Frankenforst – bereits Plätze: 23, 10 bzw. 7. Wie viele weitere Schulen noch freie Kapazitäten haben, hat die Stadt nicht mitgeteilt.
Bergisch Gladbach muss die OGS-Plätze bis 2026 deutlich ausbauen, um die gesetzliche Vorgabe zu erfüllen. Doch Raumengpässe und verzögerte Planungen bergen Risiken. Eltern erfahren erst im März, ob ihr Kind einen Betreuungsplatz erhält, während die Stadt weiter um zusätzliche Räumlichkeiten verhandelt. Sollte der Mangel bestehen bleiben, könnten Familien rechtliche Schritte einleiten, um ihren Anspruch auf Nachmittagsbetreuung durchzusetzen.






