Bedrohung durch Aufspaltung für die Auto-Sparte von Rheinmetall nach Übernahme
Mark BolnbachBedrohung durch Aufspaltung für die Auto-Sparte von Rheinmetall nach Übernahme
Rheinmetalls Automotive-Sparte nach Übernahme vor möglicher Zerschlagung
Rheinmetalls Automotive-Zuliefererdivision steht nach einer Übernahme vor der drohenden Aufspaltung.
- Dezember 2025, 08:26 Uhr
Schlagwörter: Industrie, Finanzen, Luft- und Raumfahrt
Rheinmetall steht kurz vor dem Abschluss eines Deals zum Verkauf seiner Automotive-Zulieferersparte – voraussichtlich Anfang 2026. Der deutsche Rüstungskonzern und Automobilzulieferer führt seit Monaten Verhandlungen mit potenziellen Käufern, doch die aktuellen Gebote liegen deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen. Als wahrscheinlichste Übernehmer gelten weiterhin Private-Equity-Gesellschaften sowie große Industriekonzerne.
Der geplante Verkauf folgt einer strategischen Überprüfung, da Investoren kaum Synergien zwischen den zivilen Geschäftsbereichen und dem rüstungstechnischen Kerngeschäft erkennen. Eine Aufspaltung der Automotive-Sparte gilt als wahrscheinlich: Rheinmetall wird voraussichtlich nur die defensivnahen Bereiche behalten, etwa Systeme für Militärfahrzeuge und Elektronik. Die rein zivilen Automobilkomponenten und Aktivitäten im Pkw-Sektor sollen dagegen abgestoßen werden.
Die aktuellen Angebote für die Sparte bewegen sich zwischen 500 Millionen und 600 Millionen Euro – weit unter der ursprünglichen Zielmarke von rund einer Milliarde Euro, die Vorstandschef Armin Papperger anvisiert hatte. Noch im Rennen sind zwei Private-Equity-Investoren, während sich zuvor auch große Zulieferer wie ZF, Schaeffler, Bosch, Magna und Valeo für eine Übernahme interessiert hatten.
Unklar ist noch, welche Teile des zivilen Geschäfts bei Rheinmetall verbleiben könnten. Die Tochtergesellschaft Mira GmbH gilt als möglicher Kandidat für eine Beibehaltung. Gleichzeitig steht die Zukunft ziviler Standorte wie das Werk in Neuss infrage: Teile der Anlage werden bereits für die Rüstungsproduktion umgerüstet, darunter Aufklärungssatelliten und Komponenten für das Luftabwehrsystem Skyranger.
Eine endgültige Entscheidung über den Verkauf wird im ersten Quartal 2026 erwartet. Der Deal dürfte die zivilen Aktivitäten von Rheinmetall grundlegend umgestalten – mit klarer Priorität für defensivnahe Geschäfte. Zudem wird sich zeigen, wie es mit Standorten wie Neuss weitergeht, wo die Produktion zunehmend auf militärische Anwendungen ausgerichtet wird.