Apotheker kündigen "Protestfrühling" gegen Schwarz-Rot und Ministerin Warken an
Laila SchomberApotheker kündigen "Protestfrühling" gegen Schwarz-Rot und Ministerin Warken an
Die politische Flitterwochen für Deutschlands Schwarz-Rote Koalition sind vorbei – das erklärte Thomas Preis, der Vorsitzende des ABDA-Bundesverbandes Deutscher Apotheker. Auf dem Zukunftskongress für Öffentliche Apotheken warnte er vor einer Zuspitzung der Konflikte um die Finanzierung und Regulierung der Apotheken. Preis kündigte einen "Protestfrühling" an, um dringend notwendige Änderungen durchzusetzen.
Kritik übte Preis an den Entwurfsvorschlägen von Gesundheitsministerin Judith Warken, die umstrittene Ideen ihres Vorgängers wiederaufleben lässt. Besonders abgelehnt wurde der Plan, "Apotheken ohne Apotheker" einzuführen. Der ABDA werde jeden Versuch, dies umzusetzen, blockieren, betonte Preis.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die feste Vergütung für Apotheken. Preis forderte eine Erhöhung auf 9,50 Euro und argumentierte, dass jährliche Anpassungen in anderen Gesundheitsbereichen üblich seien. Dies sei keine Zugeständnis, sondern eine Notwendigkeit, um steigende Kosten abzufedern. Er rief zu Verhandlungen auf, die diese Realität widerspiegeln.
Seine Verärgerung wuchs, als er daran erinnerte, dass Ärzte nur einen Tag nach Warkens Ablehnung von Gebührenerhöhungen für Apotheken selbst höhere Honorare durchsetzten. Trotz der Bezeichnung der Ministerin als "verlässliche Partnerin" betonte Preis, dass Apotheken keine unverhältnismäßige Last tragen dürften – und zwar nicht ohne faire Gegenleistung.
Die erste parlamentarische Debatte zu diesen Themen ist für Ende Februar angesetzt. Der ABDA will sie mit massiven Maßnahmen begleiten, darunter eine öffentliche Petition, unterstützt von allen 16.000 deutschen Apotheken und ihren Mitarbeitenden. Preis bestand darauf, dass der Koalitionsvertrag vollständig und ohne Ausnahmen umgesetzt werden müsse.
Der Streit tritt nun in eine entscheidende Phase ein, in der Proteste und politischer Druck weiter zunehmen dürften. Die Apotheker fordern vor der Februar-Debatte konkrete Schritte bei Gebühren und Regularien. Das Ergebnis wird zeigen, ob ihre Forderungen Gehör finden – oder weiter ignoriert werden.






