14 June 2026, 06:08

Apotheker kämpft gegen 87.000-Euro-Rückforderung der AOK – ein Fall mit System

90.000 Euro Strafe: 'Wir Hätten Die Tabletten Zählen Sollen'

Apotheker kämpft gegen 87.000-Euro-Rückforderung der AOK – ein Fall mit System

Dr. Christian Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Hagen, sieht sich mit einer Rückforderung von knapp 90.000 Euro durch die Krankenkasse AOK Nordwest konfrontiert. Im Mittelpunkt des Streits stehen Vorwürfe, er habe einem Patienten übermäßig viele Medikamente abgegeben – ein Verstoß gegen die deutsche Apothekenbetriebsordnung. Fehske hat gegen die Entscheidung Klage eingereicht und argumentiert, die Rückforderung gehe weit über das vertretbare Maß für echte Abrechnungsfehler hinaus.

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Die Forderung der AOK Nordwest begründet sich damit, dass Fehske es versäumt habe, eine unwirtschaftliche Überverschreibung durch einen Arzt zu verhindern. Die Kasse strich die Erstattungen für zwei teure Medikamente, die an denselben Patienten ausgegeben worden waren. Sowohl die Krankenkasse als auch ihre Aufsichtsbehörde verteidigten das Vorgehen in einer Anhörung des Landtags Nordrhein-Westfalen als vollumfänglich gerechtfertigt.

Fehske hat sich über Jahre hinweg tiefgehendes Fachwissen zu den komplexen Details seines Falls angeeignet. Doch mit einer Verhandlung vor Gericht ist frühestens 2028 zu rechnen. Die finanzielle und emotionale Belastung hat seine Motivation erschüttert – die Freude an der Arbeit leidet darunter. Unterdessen hat eine Pharmazeutisch-technische Assistentin aus seinem Team die Apotheke verlassen, um in der Rückforderungsabteilung einer Krankenkasse zu arbeiten – mit der Begründung, dort besser bezahlt zu werden.

Grundsätzlich akzeptiert Fehske, dass bei nachweislichen Abrechnungsfehlern Rückforderungen berechtigt sind. Doch in seinem Fall sieht er eine überzogene Anwendung der Regeln. Die Klage gegen die 87.000-Euro-Rückforderung bleibt vorerst unentschieden. Fehske führt seine Apotheke weiter, doch der langwierige Konflikt zehrt an seiner beruflichen Zufriedenheit. Der Fall spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen Apothekern und Krankenkassen wider – insbesondere bei der Rezeptkontrolle und der Verhängung finanzieller Sanktionen.

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