Altersarmut droht: Warum selbst Vollzeitjobs in Deutschland nicht mehr reichen
Laila SchomberAltersarmut droht: Warum selbst Vollzeitjobs in Deutschland nicht mehr reichen
Millionen Arbeitnehmer in Deutschland sehen sich einem wachsenden Risiko ausgesetzt, im Rentenalter in Armut zu leben. Neue Zahlen zeigen, dass selbst eine Vollzeitbeschäftigung nicht immer finanzielle Sicherheit für das spätere Leben garantiert. Experten warnen: Ohne zusätzliche Ersparnisse könnten viele nach dem Berufsausstieg kaum über die Runden kommen.
2023 lag das durchschnittliche monatliche Bruttogehalt von Vollzeitbeschäftigten in Deutschland bei 4.479 Euro. Doch die Einkommen unterschieden sich je nach Region und Branche deutlich. In Hessen verdienten Arbeitnehmer im Schnitt 5.322 Euro, während es in Mecklenburg-Vorpommern nur 3.891 Euro waren. Im Gastgewerbe lag das durchschnittliche Gehalt bei lediglich 3.500 Euro, während es in der Finanz- und Versicherungsbranche über 6.500 Euro betrug.
Trotz dieser Durchschnittswerte verdienen rund 9,2 Millionen Vollzeitbeschäftigte weniger als 3.500 Euro monatlich. Davon erhalten 4,6 Millionen sogar unter 2.750 Euro. Die regionalen Unterschiede sind eklatant: In Ostdeutschland liegen 60 Prozent der Vollzeitkräfte unter der 3.500-Euro-Marke, in Hamburg sind es nur 15 Prozent.
Die Folgen sind gravierend. Um im Alter eine Rente oberhalb der Armutsgrenze zu sichern, ist ein monatliches Bruttogehalt von mindestens 3.300 Euro nötig. Doch die gesetzliche Rente ersetzt derzeit nur 53 Prozent des letzten Bruttoeinkommens bei über 65-Jährigen. Besonders gefährdet sind Alleinerziehende, Single-Haushalte und Menschen ab 65 Jahren. Bundesweit leben bereits 15,5 Prozent der Bevölkerung – etwa 13 Millionen Menschen – in Einkommensarmut.
Um finanzielle Not zu vermeiden, raten Experten dringend zum Aufbau privater Altersvorsorge. Regelmäßige Renteninformationen können zudem helfen, frühzeitig Planungslücken zu erkennen. Da die gesetzliche Rente nur etwa die Hälfte des vorherigen Einkommens abdeckt, wird private Vorsorge zunehmend unverzichtbar. Wer weniger als 3.500 Euro monatlich verdient, trägt das höchste Risiko, im Alter von Armut betroffen zu sein. Ohne Gegenmaßnahmen könnten Millionen mit Einkommen in den Ruhestand gehen, die kaum zum Leben reichen.






