Alarmierende Nitratwerte in Brunnen: Agroforstwirtschaft als Rettung für sauberes Wasser?
Linus JesselAlarmierende Nitratwerte in Brunnen: Agroforstwirtschaft als Rettung für sauberes Wasser?
Eine deutsche Umweltschutzorganisation setzt sich für Veränderungen in der Landwirtschaft ein, um die Nitratbelastung im Wasser zu verringern. Die VSR-Gewässerschutz, die seit 1980 aktiv ist, fordert die Bundesregierung auf, Agroforstwirtschaft als Lösung zu fördern. Die Organisation untersucht zudem jährlich private Brunnen – mit teils alarmierenden Ergebnissen.
Die VSR-Gewässerschutz wurde vor über vier Jahrzehnten gegründet, um sich für saubereres Wasser einzusetzen. Zwischen April und September entnehmen ihre Teams bundesweit Proben aus Privatbrunnen und analysieren diese. Aktuelle Tests zeigten, dass jeder sechste Brunnen den gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter überschreitet. Der höchste Wert wurde in Hehn gemessen: Ein Brunnen wies dort eine Konzentration von 162 mg/l auf.
Die Organisation wirbt nun für die Agroforstwirtschaft – ein System, bei dem Bäume zwischen Nutzpflanzen angepflanzt werden – als wirksame Gegenmaßnahme. Bäume helfen, Nitrate aus dem Grundwasser zurück an die Oberfläche zu ziehen und reduzieren so die Belastung, ohne die Erträge zu beeinträchtigen. Fachleute betonen zudem, dass solche Systeme die Artenvielfalt fördern und dem Klimawandel entgegenwirken.
Ein Bündnis aus Landwirtschaftsberatern unterstützt die Forderung nach einer flächendeckenden Einführung der Agroforstwirtschaft in Deutschland. Der Vorstoß steht im Einklang mit der Nitratrichtlinie, die strengere Kontrollen vorsieht, um den Nitratgehalt in Wasservorräten unter 50 mg/l zu halten.
Der Druck für mehr Agroforstwirtschaft wächst, nachdem Tests weiterhin hohe Nitratwerte in Privatbrunnen nachweisen. Würde das System eingeführt, könnte es die Verschmutzung verringern, ohne die landwirtschaftliche Produktion zu gefährden. Die Bundesregierung hat sich zu dem Vorschlag bisher noch nicht geäußert.






