Agit Kabayel fordert Usyk heraus: Vom Außenseiter zum Pflichtkandidaten
Linus JesselAgit Kabayel fordert Usyk heraus: Vom Außenseiter zum Pflichtkandidaten
Agit Kabayel, der unumstrittene weltmeister des WBC, hat sich als interimistischer Schwergewichtsweltmeister einen Namen gemacht. Seine jüngsten Siege gegen Spitzenkontrahenten bringen ihn in Position für einen möglichen Titelkampf gegen Oleksandr Usyk. Der deutsche Boxer ist nun der Pflichtherausforderer in einer Gewichtsklasse mit einer langen Geschichte der Ausgrenzung.
Kabayel wurde 2011 Profi, doch erst 2023 stieg er in die weltweite Elite auf. In jenem Jahr gelang ihm der Durchbruch mit hochkarätigen Siegen gegen Arslanbek Machmudow und Frank Sánchez. 2025 setzte er seine Erfolgssträhne fort – mit Triumphen über Zhilei Zhang und den zuvor ungeschlagenen Damian Knyba.
Seine wichtigsten Kämpfe bestritt Kabayel in Riad, Saudi-Arabien, wo er sein Können und seine Widerstandsfähigkeit unter Beweis stellte. Bekannt für seine technische Versiertheit, hat er sich in den Reihen der Schwergewichtler Respekt erarbeitet. Offen bewundert er Usyk und bezeichnet ihn als einen der größten Kämpfer aller Zeiten. Kabayels Weg spiegelt ein wiederkehrendes Problem im Boxsport wider: geschlossene Zirkel, die Titelchancen blockieren. Historische Figuren wie Jack Johnson, der erste schwarze amerikanische Schwergewichtsweltmeister, sahen sich von 1908 bis 1915 systematischen Barrieren ausgesetzt. Heute hält Kabayel den Interimsgürtel – und damit das Recht auf einen Pflichtkampf um Usyks Titel.
Als interimistischer WBC-Champion wartet Kabayel nun auf seine Chance, Usyk herauszufordern. Seine jüngsten Erfolge und sein Pflichtstatus ebnen ihm den Weg zu einem Schwergewichtstitelkampf. Der Kampf wäre ein weiterer Meilenstein auf seinem Weg vom Außenseiter zum Top-Herausforderer.