19 December 2025, 23:03

"After Beuys" - Eine Hommage

Eine Sammlung von Gemälden, Fotorahmen und Postern, die gemeinsam ausgestellt sind und wie ein bearbeitetes Foto aussehen.

"After Beuys" - Eine Hommage

"Nach Beuys" – Eine Hommage

Die Werkstatt-Reihe „After Beuys“ in der Galerie Eigen+Art wurde als eine „Gegenmaßnahme“ gegen den Versuch verstanden, Beuys von der „Last des erweiterten Kunstbegriffs“ zu befreien.

Joseph Beuys, lange als „unerwünschte Person“ vom sozialistischen Regime der DDR gebrandmarkt, erhielt 1988 – zwei Jahre nach seinem Tod – endlich eine Ausstellung in der Deutschen Demokratischen Republik. Die unter dem Titel „Beuys vor Beuys“ gezeigte Schau war die erste und einzige Präsentation seiner Werke im Land. Trotz offizieller Ablehnung blieb sein Einfluss auf die Kunst unbestritten – selbst Kritiker wie Manfred Wekwerth, damals Präsident der Akademie der Künste, erkannten dies an.

Ursprünglich vom Land Nordrhein-Westfalen geplant, gelangte die Ausstellung nach Verhandlungen in die DDR. Kuratiert von Werner Hofmann, zeigte sie 216 Werke aus der Sammlung van der Grinten, die den Zeitraum von 1946 bis 1966 umfassten. Auffällig war, dass die Präsentation Beuys’ Rolle als gesellschaftlich engagierten Künstler und Demokrat bewusst ausblendete – zentrale Aspekte seines öffentlichen Wirkens wurden ausgeklammert.

Von Mitte Januar bis Mitte Mai 1988 war die Schau zunächst im Berliner Marstall zu sehen, bevor sie an die Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig wechselte. Die Ausstellung fand zu einer Zeit statt, in der die Kulturpolitik der DDR Beuys weiterhin mit Skepsis betrachtete – obwohl er bereits 1986 verstorben war. Jahrelang hatte das Regime ihm die Einreise verweigert und ihn auf eine kulturelle Schwarze Liste gesetzt. Doch ihre Realisierung markierte einen vorsichtigen Wandel, auch wenn die Präsentation seine politischen und sozialen Aktivitäten gezielt umging.

Die Ausstellung von 1988 blieb die einzige offizielle Auseinandersetzung der DDR mit Beuys’ Werk. Zwar wurde sie stark kuratiert, um seine demokratischen Ideale auszublenden, doch stellte sie dennoch ein seltenes Zugeständnis der ostdeutschen Behörden dar. Sein Einfluss jedoch überdauerte die Schau bei Weitem und festigte seinen Ruf selbst in einem System, das ihn einst vehement abgelehnt hatte.