152 Castor-Behälter mit Atommüll rollen von Jülich nach Ahaus – trotz Proteste und ohne Endlager
Kirsten Hentschel152 Castor-Behälter mit Atommüll rollen von Jülich nach Ahaus – trotz Proteste und ohne Endlager
Deutschland bereitet Transport von 152 Castor-Behältern mit Atommüll vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus vor
Nächste Woche soll der erste von über 50 geplanten Transporten beginnen – nach Jahrzehnten politischer Streitigkeiten und juristischer Auseinandersetzungen um die Lagerung des hochradioaktiven Abfalls. Trotz anhaltender Proteste wird der seit langem blockierte Prozess nun in die Tat umgesetzt.
Der Atommüll lagert seit der Abschaltung des Versuchsreaktors 1988 in Jülich. Seit 40 Jahren gibt es keine dauerhafte Lösung, sodass das Material in einem provisorischen Zwischenlager auf dem Gelände verblieb. Seit 2013 betreibt die Einrichtung dieses Lager sogar ohne gültige Genehmigung – die Unsicherheit dauert an.
Lokale Behörden in Ahaus und Anti-Atomkraft-Aktivisten hatten wiederholt versucht, die Verbringung zu stoppen. Doch ihre Bemühungen scheiterten: Der Müll wird nun nach Ahaus gebracht – obwohl auch dort die Lagerlizenz bereits 2036 ausläuft. Das Forschungszentrum Jülich selbst weigert sich, die Aufbewahrung zu verlängern, und erzwingt so die Umsiedlung.
Unterdessen hat die Debatte über die Kernenergie in Deutschland neue Brisanz gewonnen. Politiker wie Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron werben für eine Renaissance der Atomkraft und setzen dabei auf "kleine modulare Reaktoren" (SMR). Diese kompakt gebauten, industriell gefertigten Anlagen versprechen zwar geringere Abfallmengen, doch bisher ist keiner dieser Reaktortypen in Betrieb.
Die rechtlichen und politischen Konflikte um den Atommüll ziehen sich seit 2013 hin. Keiner der 152 Castor-Behälter war bewegt worden, bevor der geplante Transportbeginn 2026 anstand. Nun, da die ersten Lieferungen unmittelbar bevorstehen, kommt der seit Jahren festgefahrene Prozess endlich in Gang.
Die Behälter sollen in mehr als 50 Einzeltransporten nach Ahaus gebracht werden. Doch auch dieser Schritt löst das grundlegende Problem nicht: Deutschland verfügt nach wie vor über kein Endlager. Bis mindestens 2036 bleibt der Atommüll in Zwischenlagern – eine Lösung auf unbestimmte Zeit.






